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Palmölinfo
Montag, den 27. Oktober 2014 um 19:16 Uhr

Wo In den Zutatenlisten sich der Posten "pflanzliches Fett" oder "pflanzliches Öl" findet, dann steckt dahinter in den meisten Fällen Palmöl. Dieses Öl aus den Tropen enthält kein Cholesterin, ist bei Raumtemperatur streichfähig und unschlagbar billig – und wird auf gerodeten Regenwaldflächen produziert. Umweltschutzorganisationen wie Greenpeace sehen in der Palmölproduktion inzwischen eine der größten Gefahren für Klima und tropischen Urwald.
Es steckt in Chips, in Aufstrichen, Fertiggerichten, in Eis und in Schokolade und Keksen: "Pflanzliches Fett", oder "pflanzliches Öl". So steht es in den Zutatenlisten. "Pflanzlich" klingt unverdächtig, ein bisschen nach Natur, ein wenig nach gesund, vielleicht einer Spur nach grün.
Die Realität sieht ganz anders aus. Hinter den pflanzlichen Fetten aus der Zutatenliste stecke in den meisten Fällen Palmöl, gewonnen aus der Frucht der tropischen Ölpalme. Vor mir liegen Bilder aus dem indonesischen Regenwald.
Oder eher: Bilder vom ehemaligen Regenwald: "Man sieht hier eine zerstörte Landschaft, man sieht Wasserlacken, Holzschnitzel, die herumliegen, und ein Gebiet, wo kein Orang-Utan mehr leben kann, weil es keinen fast einzigen Baum mehr gibt."
Abholzen für Ölplantagen
Indonesien und Malaysia produzieren gemeinsam rund 85 Prozent des weltweit hergestellten Palmöls; und in beiden Ländern wird tropischer Regenwald so schnell abgeholzt, wie in kaum einer anderen Region. Die Nachfrage nach Palmöl steigt seit Jahren.
Ölpalmplantagen wachsen auf ehemaligem Urwaldboden in Monokultur, mit allen damit verbundenen Problemen: Starker Pestizideinsatz, Wasserverschmutzung, Artensterben.
Und: "Durch die Regenwaldzerstörung verlieren nicht nur die verschiedenen Arten ihren Lebensraum, sondern es werden auch Unmengen an CO2 freigesetzt, weil gerade ein besonders artenreicher Regenwald CO2 gut speichern kann."
Indonesien gehört zu den stärksten CO2-Emitteten der Welt, hauptsächlich wegen Regenwaldrodungen. Besonders problematisch ist das Abholzen von Sumpfwäldern.
Die brachliegenden ehemaligen Sümpfe geben gespeichertes CO2 wieder frei, und das über Jahre. "Das sind einfach verheerende Auswirkungen, die niemand haben möchte, der in einen Schokoriegel beißen, oder seine Wäsche waschen will.
Richtig: Wäsche waschen. Palmöl wird längst nicht nur in Lebensmitteln eingesetzt, sondern auch in der Produktion von Kosmetikprodukten, Waschmitteln, und sogenanntem Bio-Sprit. Auf solchen "Non-Food-Produkten", wie der Handel alles nicht Essbare nennt, sucht man Hinweise auf die verwendeten Rohstoffe meisten vergeblich.

 

Bei Lebensmitteln dagegen ändert sich die Verordnungsvorschrift ab kommendem Jahr.
Der Posten "pflanzliches Fett" alleine reicht dann nicht mehr, die verwendeten Öle müssen genau genannt werden. ( so sei es geplant)- wir werden sehen.

In der Nahrungsmittelindustrie ist man sich der Problematik grundsätzlich bewusst. Ein guter Teil der Branche hat sich dem "Round Table on Sustainable Palmoil", dem runden Tisch für nachhaltiges Palmöl angeschlossen.

Diese Organisation, 2004 vom WWF initiiert, versucht, nachhaltige Produktionsmethoden zu fördern.
Keine Alternative? Allerdings mit äußerst eingeschränktem Erfolg, und spricht man von Grünfärberei. "Weil es zurzeit keine Zertifizierungen gibt, die die Herkunft von Palmöl nachweisen können. Es gab zahlreiche Berichte und Dokumentationen, die nachgewiesen haben, dass das nicht nachhaltig produzierte Palmöl und das vermeintlich nachhaltig produzierte Palmöl zusammengepanscht werden.
Das heißt, das Hauptproblem ist, dass es derzeit kein nachhaltig produziertes Palmöl gibt." Selbst bei Bio-Palmöl sei eine nachhaltige Produktion nicht in jedem Fall garantiert.
Gibt es keine Alternative zum Palmöl?
Doch, Palmöl könne in den meisten Fällen durch regional erzeugte Fette ersetzt werden. Dafür gibt es Beispiele, zuletzt stellte ein großer österreichischer Knabberzeug-hersteller seine Produktion von Palm- auf Sonnenblumenöl um. So ein Umstieg ist nicht ohne weiteres möglich, sagen dagegen einige der österreichischen Nahrungsmittelproduzenten, die am runden Tisch für nachhaltiges Palmöl vertreten sind.
Durch den Einsatz von Palmöl könne auf gehärtete Fette, und damit auf Transfette, verzichtet werden; und der hohe Schmelzpunkt mache es außerdem leicht zu verarbeiten. Regional produzierte Fette könnten da nicht mithalten.

Wer sind die größten Konzerne
hinter der Palmöl-Thematik- Katastrophe?
WILMAR INTERNATIONAL LIMITED

ist der weltweit größte Produzent von Palmöl und Biosprit. Wilmar beliefert Konzerne wie Unilever, Nestlé und Cargill.
Obwohl Wilmar ein Zertifikat erhielt, für nachhaltig produziertes Palmöl, tritt Wilmar den Umweltschutz mit Füßen. Brandrodung und Überfälle auf die indigene Bevölkerung Sumatras und Borneos sind an der Tagesordnung. Das Zertifikat ist im Prinzip ungültig, da die Industrie sich selbst zertifiziert hat.

Der Rohstoff Palmöl ist ein Favorit der Industrie. Dank hoher Ernten und niedriger Produktionskosten ist Palmöl ein hoch rentabler "Cash Crop".


Die massive globale Nachfrage setzt die Regenwälder Asiens unter großen Druck. Täglich werden hunderttausende Hektar Regenwald für Palmöl zerstört, insbesondere in Indonesien und Malaysia.
Am anderen Ende der Konsumkette, in den Industrieländern, enthalten etwa die Hälfte aller abgepackten Produkte im Supermarkt inzwischen Palmöl.

 

Was bringt es den Einheimischen- Folgen?

Die Leute werden von ihrem Land vertrieben und verlieren ihre wirtschaftliche Unabhängigkeit. Sie werden zu Tagelöhnern oder Vertragsarbeitern auf dem Land, auf dem sie vorher eigenständig Kautschuk oder Reis angebaut haben. Nur wer einen offiziellen Landtitel der Distriktregierung besitzt, bleibt verschont.
Die Dorfvorsteher werden von den Palmölfirmen "gekauft". Sie haben dann die Aufgabe, die Bauern zum Verkauf ihres Landes zu überreden – meist zu inakzeptablen Preisen, oft geben die Firmen sogar nur etwas Reis als Entschädigung. Die Dorfvorsteher aber erhalten eine Art Provision, die davon abhängt, wie viele Leute ihr Land verkaufen. Sie sind gut im Überreden. Man weiß auch, dass ihnen aber auch gedroht wird und auch die Polizei Druck ausübt.
Vor dem Regimewechsel in den Neunzigern war die Repression ganz offensichtlich. Da rückten wirklich Polizei und Militär an. Heute funktioniert das viel subtiler. Der Polizist kommt beim Bauern vorbei und fragt ihn: Warum hast du dein Land noch nicht verkauft?
Er kommt am nächsten Tag wieder, und am übernächsten erneut. Irgendwann fühlen sich die Leute so bedroht, dass sie kapitulieren.
Haben die Bauern wenigstens die Möglichkeit, auf den Palmölplantagen zu arbeiten?
Eigentlich nicht, des es ist schwer eine neue Anbauweise zu lernen. Außerdem werden die Menschen nur als Tagelöhner eingestellt- kommen täglich mit Pestiziden in Berührung, müssen ihre Schutzkleidung selbst bezahlen, und sie haben überhaupt keine Absicherung.


Palmöl ist angeblich ein wichtiges Nahrungsmittel, auch für die Lokalbevölkerung, wobei sie aber wenig davon konsumieren. Kautschuk für die Kleinbauern in Indonesien wertvoller als Palmöl. Für sie geht es nicht nur um Produktivität, sondern auch um kulturelle Traditionen. Die einfachen Leute auf dem Land konsumieren kaum Palmöl.
Sie verwenden eher Kokosöl. 70 Prozent der indonesischen Palmölproduktion sind für den Export bestimmt.

Die indonesische Regierung sagt, Palmöl schaffe Jobs und Wohlstand, das ist aber gelogen, ziehen die Firmen ab, bleibt die Ökokatastrophe über.

Was ich auf den Plantagen erleben musste, sieht ganz anders aus.

 

Die Bauern profitieren Null. Im Gegenteil, sie verlieren ihre wichtigste Ressource, weil die Palme den Boden auslaugt.
Nachhaltigkeitsinitiativen ? gibt es! Aber?


Auch wenn der RSPO von Umweltorganisationen wie dem WWF initiiert wurde – halten wir das für Greenwashing. Die Initiative bringt rein gar nichts.
In fast zehn Jahren hat sie es nicht geschafft, der Zerstörung von Regenwäldern und Torfmooren für neue Plantagen etwas entgegenzusetzen.
Außerdem wird der Tisch von Vertretern der Industrie dominiert.
Zum Beispiel sitzen im Vorstand Vertreter vom Lebensmittelkonzern Unilever und dessen wichtigstem Lieferanten Wilmar.

Nun kann sich jeder sein Bild machen, was bisher dabei rausgekommen ist.
Alles Lug und Betrug.


Es dürfte schwierig sein, Palmöl ganz zu vermeiden. Es steckt ja überall drin.
Nachhaltig erzeugtes Palmöl gibt es auch kaum. Und auf dem Weg von der Plantage in die Fabriken der europäischen Lebensmittel- oder Waschmittelindustrie wird das Öl vermischt, aufbereitet und umgewandelt.


Rund 70 Prozent der globalen Palmöl-Produktion werden für Nahrungsmittel verwendet, etwa für Margarine, Schokolade, Chips oder Saucen. Etwa 22 Prozent gehen in die Produktion von Reinigungsmitteln und Kosmetika, zum Beispiel von Hautcremes, Seife und Lippenstiften. In die energetische Nutzung (Agrosprit) gehen fünf Prozent. Auch Kerzen, Farben, Lacke und Schmiermittel enthalten das Öl.

Die Unternehmen im Palmöl-Geschäft kommen vor allem aus dem globalen Agrobusiness und der Lebensmittel- und Kosmetikindustrie.
Unter ihnen sind Henkel, Monsanto, Nestlé, Procter & Gamble und Unilever.

 

UNILEVER
ist der weltweit größte Hersteller von Verbrauchsgütern: Lebensmittel, Kosmetika und Haushaltsprodukte.


2008 legte die Firma PalmCI im Auftrag von Unilever die Torfwälder an der Elfenbeinküste trocken und ließ sie roden für riesige Palmöl Plantagen.
Unilever verpflichtet sich ab 2015 Palmöl nur noch von Firmen zu beziehen, die für eine nachhaltige Produktion zertifiziert wurden.

Die UNO allerdings befürchtet die völlige Vernichtung der Regenwälder auf Borneo und Sumatra schon 2014-2016
Derzeit bezieht Unilever sein Palmöl von Wilmar.
.
Der Konzern ist dafür bekannt, sein Palmöl durch Raubbau und die Verdrängung indigener Völker mit Waffengewalt zu gewinnen.
Der Unilever Chef Paul Polman sagte zu den gestiegenen Getreidepreisen, dies sei eine perverse Folge der Biosprit Subvention.

Allerdings ist Unilever selber größter Plantagenbetreiber in Afrika und größter Palmöl Verarbeiter weltweit.
Und deshalb für eben solche Schäden, wie der Konzern sie dem Biosprit vorwirft, verantwortlich.
So wurden z.B. der kongolesischen Bevölkerung große Flächen für Palmölplantagen weggenommen, um Seife herzustellen.

 

 


Produkte von Unilever
Lebensmittel:
Becel, BiFi, Du Darfst, Flora (Becel), Hellman`s, Homa, Knorr, Langnese (DE) / Eskimo (AUT) / Lusso (CH), Lätta, Lipton, Maille, Mazola, Mondamin, Pfanni , PG Tips, Rama, Sanella, Bertolli, Thea, Unox.
Putzmittel:
Viss, Domestos, Coral (vorher: Korall),OMO.
Kosmetik:
Axe, Dove, Baba, Impulse, Lux, Rexona, Sunsilk, Timotei, Signal, Ponds,TIGI, Duschdas.

 

Auf Sumatra und Borneo soll künftig eine Million Hektar Land zur Palmölproduktion freigegeben werden. Der dortige Urwald ist das letzte Rückzugsgebiet von Orang-Utans auf der Insel.

 

 

 

SINAR MAS GROUP

ist das größte Firmenkonglomerat in Indonesien und der weltweit 4-größte Papier und Zellstofffabrikant. Eine Tochterfirma, Asia Pulp and Paper Company, mit Sitz in Singapur bezieht 70% der benötigten Bäume aus Regenwaldrodung. Eine weitere Tochter, Smart, ist der größte Palmölhersteller für Speiseöl, Margarine und Backfette.

Der Sinar Mas Group wird vorgeworfen, dass sie das Wohlwollen der Entscheidungsträger durch großzügige Spenden beeinflusst, um unbehelligt den Regenwald in Indonesien zerstören zu können. Außerdem ist die Anlage von Palmölplantagen auf der Insel Sumatra teilweise illegal.

Sinar Mas hatte den örtlichen Bauern versprochen, für die Eigenvermarktung 6 Hektar Wald zu roden. Inzwischen hat Sinar Mas 600 Hektar gerodet und die Bauern müssen, da sie keine eigene Ölmühle besitzen, ihre Ernte zu Billigpreisen an Sinar Mas verschleudern.

Warum wird der Regenwald noch zerstört?

Die großen Flächenverluste der heutigen Zeit gehen auch noch zurück auf die Gewinnung von Weideland für die Viehzucht und den Anbau von Futtermitteln (Soja) für die Massentierhaltung sowie für die Gewinnung von Agrartreibstoffen aus Pflanzen wie zum Beispiel und eben auch das Palmöl.

 

Unter dem Begriff "Tropenholz" werden Hölzer zusammengefasst, die aus den tropischen und subtropischen Wäldern in Mittel- und Südamerika, Asien und Afrika stammen. Zu den bekanntesten Tropenhölzern zählen Mahagoni, Teak, Bangkirai und Meranti.

Die große Nachfrage nach diesen Tropenhölzern und der damit verbundene massive Holzeinschlag führen dazu, dass die wertvollen Tropenhölzer heute oft nur noch selten zu finden sind. Deswegen rücken mehr und mehr andere, unbekanntere Tropenhölzer, sogenannte Substitutionshölzer, in den Blickpunkt wirtschaftlicher Interessen, wie zum Beispiel Macaranduba, Cumarú, Bintangor oder Kasai.


Was ist so edel an Tropenhölzern?

Da die Bäume in den Tropen beim Wachsen zum Licht nur wenige bis keine Äste ausbilden, sind ihre Stämme extrem gleichmäßig gewachsen und gewissermaßen "astrein".

Im feuchten Klima der tropischen Regenwälder müssen sich Bäume ständig gegen unzählige Pilze und Parasiten wehren. Die Bäume lagern deshalb sehr viele Abwehrstoffe ein, die das Holz schützen und ihm die entsprechende Farbe und Härte verleihen.
Das Holz wird dadurch dauerhaft haltbar, witterungsbeständig und widerstandsfähig.

 

Holzsiegel FSC-Lüge

Vor gut zwanzig Jahren war Tropenholz ein Ladenhüter. Umweltschützer hatten zum Tropenholzboykott aufgerufen. Dann kam das Holzsiegel FSC, und seit Mitte der 90-er Jahre kann man zertifizierte Tropenholzprodukte kaufen. Doch das Siegel hat dem Regenwald und seinen Bewohnern nichts genützt – der artenreichste Lebensraum der Erde wird weiter gerodet.
Das Kürzel FSC bezeichnet die Bonner Forest Stewardship Council International Center GmbH. Sie hat sich die Zertifizierung von Wäldern und Industrieplantagen auf die Fahnen geschrieben und wird seit Jahren auch von der deutschen Entwicklungshilfe gefördert.

1993 wurde FSC mit viel Werbeaufwand aus der Taufe gehoben und residierte bis zu seinem Umzug nach Deutschland jahrelang im fernen Mexiko.
Das Ziel des Holzsiegels FSC: Die Verbraucher sollten weiterhin Tropenholz kaufen – aber mit gutem Gewissen. Wer also ein Herz für den Regenwald hat, schaut beim Möbel- oder Parkettkauf auf das Label FSC. Damit können die Kunden im Baumarkt oder Möbelhaus „gutes" von „schlechtem" Holz unterscheidet.

 

„Gutes" Holz trägt das Label mit dem stilisierten Baum und FSC-Schriftzug.

Denn der FSC verspricht „weltweit verantwortungsvolle Waldbewirtschaftung zu fördern". Diese soll „umweltmäßig angemessen, sozial förderlich und wirtschaftlich rentabel" sein.

Was das aber in der Praxis bedeutet, ist umstritten. In der Regel soll der Wirtschaftszweig vor allem rentabel sein. Doch die Artenvielfalt leidet massiv unter dem zertifizierten industriellen Holzeinschlag. Der FSC selbst sieht sich denn auch nicht als „Ökolabel", wie der Geschäftsführer des FSC Deutschland im Juli 2012 in einem Brief „Ihre Aussage, der FSC sei ein Ökolabel, ist falsch und entbehrt jeder Grundlage."
Abholzung der Regenwälder geht unvermindert weiter.
Das Ergebnis von 19 Jahren FSC: 70 Millionen Hektar Wald und 50 Millionen Hektar Forste und Industrieplantagen tragen weltweit das Siegel, das entspricht 3 Prozent der globalen Waldfläche. Ursprünglich war die Zertifizierung für die Tropenwälder konzipiert. Mit ihrer Broschüre „FSC hinterlässt Spuren – Auswirkungen des FSC in den Tropen", versucht die Organisation diesen Anspruch bildreich zu wahren.

Doch die nackten Zahlen sprechen eine andere Sprache: In den Tropen liegen bei FSC nur 13 % der zertifizierten Fläche. Und trotz FSC – und etwa 50 weiterer ins Leben gerufener Holz- und Waldlabel – geht die Regenwaldrodung unvermindert weiter.


„Verantwortungsvolle Waldwirtschaft" nennen die Holzkonzerne ihr Vorgehen. Durch zertifizierten Einschlag würden die Wälder einen Wert bekommen, sonst drohe deren vollständige Rodung, so das verbreitete Credo.


Jeder umgesägte Baum wird auf diese Weise zum Beitrag für den Regenwaldschutz und die Entwicklung der Menschen. In dieses Horn stoßen auch Umweltorganisationen wie der Schweizer World Wide Fund For Nature (WWF), der einen regelrechten Siegelwahn ausgelöst hat – neben Holz u.a. auch für Palmöl, Soja Baumwolle, Fisch und Garnelen.
Fakt ist: Mit dem Segen von FSC und WWF fallen Holzfäller in die letzten unberührten Regenwälder der Erde ein und roden den Menschen ihre Heimat und Lebensgrundlagen weg. Was man damals wie heute ignoriert: Es gibt keine wissenschaftlich anerkannte, nachhaltige Form des industriellen Holzeinschlags im Regenwald. Es ist weder nachhaltig noch verantwortlich, die Urwaldriesen umzusägen, einen Großteil der übrigen Bäume für Zufahrtswege und von Holzschleppern platt walzen zu lassen, das Klima zu schädigen (lesen Sie dazu „Tropenholz heizt das Klima an") und die Lebengrundlagen der Waldbewohner zu zerstören.

 

 

http://www.youtube.com/watch?v=qsg12_McdrE

http://www.youtube.com/watch?v=XlrDgNBA92A

Alternativen zu Tropenholz

http://www.fansfornature.com/images/stories/Downloads/Tropenholzarten.pdf
http://www.fansfornature.com/fansfornaturecom.html

 

 


Alternative! Das Zauberwort heißt Zuckerpalme!!!

 

 

Viele Jobs für grüne Bauern.

Das Ernten des wertvollen Palmsaftes ist ein manueller Prozess, der viele Jobs schafft für die Bauern vor Ort (ein Bauer ist verantwortlich für ungefähr 6 Palmen). Das Einkommen von diesen Palmzapfern ist sehr viel höher als das der normalen Kleinbauern und sie produzieren komplett grüne und CO2 neutrale Produkte. Wegen dem gestiegenen Einkommen, können die Kinder dieser Bauern studieren und der Armut entkommen. Weiterhin hat Masarang eine Bauernkooperative ins Leben gerufen, wo sie ihre eigenen demokratischen Wahlen für bestimmte Positionen haben. Denn wenn die Bauern vermögender werden, müssen sie weniger ein korruptes System unterstützen oder illegal die Bäume abholzen. Die Menschen müssen dann auch nicht mehr in vergiftenden Industrien wie dem Gold- oder Kohlenabbau arbeiten, oder in den zerstörerischen Ölpalmplantagen. Schlussendlich, schützen die Bauern durch die Masarang Kooperative Wiederaufforstungsprojekte aktiv den Wald und die Wildtiere, die freigelassen werden, nachdem die im Tasikoki Wildtier-Rettungszentrum rehabilitiert wurden.

Palmzucker

Willie Smits hat mit Unterstützung der indonesischen Regierung eine Palmzuckerfabrik auf Nord Sulawesi gebaut. Diese Fabrik wird betrieben durch den geothermalen Rest-Dampf aus einem (grünen) Kraftwerk. Dies bedeutet, dass die Energie, die benutzt wird, die Umwelt nicht verschmutzt.
Die Fabrik verwandelt den gesammelten Palmsaft in Zucker mit ganz speziellen Eigenschaften um.
Der Zucker ist nicht nur ökologisch und fair trade, sondern er hat auch mehr Geschmack als weißer Zucker und ist viel gesünder. Während Zucker leicht zu Übergewicht und Diabetes führen kann, macht dies der Palmzucker nicht. Das liegt zum Teil daran, dass er langsam in das Blut aufgenommen wird und dadurch der ungesunde Anstieg der Blutzuckerspiegel verhindert wird.
Die Energie wird langsam im Körper freigesetzt.


Der Zucker enthält auch Anti-Oxidantien, Aminosäuren und Vitamine, die einen positiven Effekt auf die Gesundheit haben.
Willie ist verantwortlich für den Prozess, mit dem der Zucker produziert wird.
In Holland kann der Zucker unter anderem in den Jumbo Supermarkets gekauft werden.
Es ist wichtig zu bedenken, dass Spenden, die an Masarang gehen nicht als Investment in die Palmzuckerprodukte verwendet werden.

Dieses sind kommerzielle Aktivitäten. Obwohl sie im Moment noch nicht lukrativ sind, können sie es doch im größeren Maßstab werden. Das ist der Grund weshalb Willie Geld für diese speziellen Aktivitäten von Investoren sammelt; mögliche zukünftige Gewinne werden dazu benutzt, um gemeinnützige Projekte die auch von Willie betrieben werden, zu finanzieren, und auch um die Investoren zurückzuzahlen.

Das Geld das an Masarang gespendet wird, wird für Umwelt- und Sozialprojekte verwendet, die die Einheimischen und die Natur unterstützen

 


• Schutz der Natur, indem der lokalen Bevölkerung Alternativen geboten werden
• Erhalt und Erweiterung des Waldes und eine verbesserte Nutzung seines ökologischen und ökonomischen Potentials
• Einführung von (landwirtschaftlichen) Methoden, die die Natur nicht verschmutzen sondern stärken und der einheimischen Bevölkerung ein besseres Auskommen bieten.
• Der einheimischen Bevölkerung werden Ausbildungs- und Entwicklungs-möglichkeiten zur Verfügung gestellt, um die Armut zu überwinden, das Selbstvertrauen zu stärken und zur Erhaltung der Umwelt beizutragen.

 


 

 

 
Der Soja-Skandal
Dienstag, den 14. Oktober 2014 um 05:42 Uhr

In Schweizer Fleisch steckt gerodeter Regenwald. Dagegen helfen auch keine Labels.

Ein kleines, frierendes Grüppchen von Interessierten hat sich an diesem Wintertag am Rheinhafen Kleinhüningen in Basel versammelt. Dieser Ort ist eine Art Lieferanteneingang der Schweizer Landwirtschaft. Hier wird es in Zehntausenden Tonnen angeliefert, das Futtergetreide und das Sojaschrot aus dem Ausland.

Ohne Importe sähe die tierische Produktion in der Schweiz anders aus. Würde man nach ökologischen Kriterien bauern und Nutztieren keine Ackerfrüchte verfüttern, würde die einheimische Milchproduktion auf 81 Prozent der heutigen Menge zusammenschrumpfen. Beim Fleisch wäre der Rückgang drastischer: Statt 44 gäbe es nur noch 21 Kilogramm inländisches Fleisch pro Kopf und Jahr. Auf den Tisch käme mehr Rind als Schwein, und das Poulet würde ganz verschwinden. So hat es die Agrarökonomin Priska Baur im Auftrag von Greenpeace Schweiz ausgerechnet.

Die Rechnung zeigt: Die offiziell so »nachhaltige« Schweizer Landwirtschaft lebt mit ihrer auf Hochleistung ausgerichteten Tierproduktion weit über den natürlichen Verhältnissen. Ohne Importe von Kraftfutter geht gar nichts. Die Hochleistungskultur hat sogar die Kuh, diese geduldige Grasfresserin, zur Sau gemacht: Im Grasland Schweiz fressen die Rindviecher von allen Nutztieren am meisten Soja. Dabei brauchen Wiederkäuer im Unterschied zu Schweinen und Geflügel eigentlich gar kein Eiweißfutter – es sei denn, man trimmt sie auf Spitzenleistung. Eigentlich geben unsere Porsche-Kühe Sojamilch.

Soja ist ein Reizthema der modernen Agrarwirtschaft. Der Eiweißträger eignet sich zwar hervorragend für die Produktion von tierischen Produkten. Gleichwohl – oder genau deshalb – hat die chinesische Ölfrucht einen miserablen Ruf. Um sie anzubauen, werden in Südamerika wertvolle Wälder und artenreiche Savannen zerstört.

Das frierende Grüppchen der Interessierten ist nach Basel gekommen, um das Corpus Delicti namens Soja in Augenschein zu nehmen. Man will es sehen, riechen, anfassen. Aber in den Basler Rheinhäfen spricht man nicht gern über Soja. Und man zeigt es offenbar auch ungern. Die Zahlen, wie viele Tonnen Sojaschrot im Basler Rheinhafen jedes Jahr angeliefert werden, hat gerade keiner zur Hand. Auch die Führung durch die Gebäulichkeiten hilft nicht weiter. Man sieht ein riesiges Solardach und durchschreitet ein leeres Silo. Die Soja aber bleibt ein Phantom.

Dabei importiert die Schweiz über eine Million Tonnen Kraftfutter pro Jahr. Soja schlägt dabei mit rund 300.000 Tonnen zu Buche. Seit 1990 hat sich der Sojaimport der Schweiz verzehnfacht. Die Soja stammt fast ausschließlich aus Brasilien. Dort wird sie, als Nischenprodukt, noch gentechnikfrei produziert. In der Schweiz befeuert sie in erster Linie Rindviehhaltung und Milchproduktion: Über 40 Prozent der Importmenge werden dafür eingesetzt. 29 Prozent der Sojaimporte landen im Schweinetrog, 26 Prozent frisst das Geflügel.

Die Sojafütterung trägt indirekt zu Milchseen und Butterberg bei, weil das Kraftfutter die Milchleistung der Kühe steigert. Und in den Schweizer Seen, Mooren und Wäldern führt der Futtermittelimport zur Überdüngung.

Der biologischen Landwirtschaft ist die Soja-Thematik ein besonders schmerzlicher Stachel im Fleisch, zelebriert man hier doch die Ökonomie der geschlossenen Kreisläufe. Fernfütterung aus Übersee passt da schlecht ins Konzept. Gegenwärtig importiert die »Knospe«-Organisation jährlich rund 13.000 Tonnen Soja – und zwar zu fast drei Vierteln aus China.

Ein unschöner Fleck im Reinheft von Bio Suisse, obwohl die chinesische Soja aus kleinbäuerlichen Betrieben stamme, wie die Organisation betont. Denn andererseits ist China ein Schwellenland, in dem ein beträchtlicher Anteil der Bevölkerung keine hinreichende Ernährung erhält und das immer wieder mit Lebensmittelskandalen für negative Schlagzeilen sorgt. Und es ist selbst einer der größten Sojaimporteure der Welt.

Bio Suisse ist offenbar nicht ganz wohl bei der Sache. Man will die Abhängigkeit von China jedenfalls eindämmen und sucht nach Alternativen. Dabei könnte auch das neue Donau-Soja-Projekt eine Rolle spielen. Sieben Länder – neben Bosnien und Herzegowina, Kroatien, Österreich, Serbien, Slowenien und Ungarn auch die Schweiz – haben im Januar die Donau-Soja-Erklärung zur »Verbesserung der europäischen Eiweißversorgung« unterzeichnet. Sie wollen in fünf Jahren die Sojaanbaufläche in der Donauregion von einer Million auf rund fünf Millionen Hektar vergrößern. Gelöst ist damit das Problem des unbändigen Soja-Hungers allerdings nicht.

 
Regenwald-Rodungen für den Supermarkt
Samstag, den 19. Juli 2014 um 14:57 Uhr

Für den Anbau von Ölpalmen wird massiv der Regenwald gerodet - auf Kosten von Klima, Artenvielfalt und indigener Bevölkerung. Auch ein neues Nachhaltigkeitssiegel der Industrie wird den Raubbau an der Natur vermutlich nicht stoppen können.
Von Laura Hennemann

Das rote Fell ist am ganzen Körper versengt. Nur eine schwarze, verkohlte Leiche ist von dem Orang-Utan übrig geblieben. So hat ihn jemand in das trockene Gras Indonesiens gesetzt und fotografiert - ein Opfer der Brandrodung des Regenwaldes und des Palmölanbaus.
Strom und Energie Palmöl Bild vergrößern
Auch für diese riesige Plantage auf der Insel Borneo wurde tropischer Regenwald vernichtet, jetzt werden die Bäume über Kanäle künstlich bewässert. Die Palmen gedeihen nur in dem tropischen Klima, wie es etwa in Malaysia und Indonesien herrscht, den größten Palmölproduzenten der Welt. Das  Foto wurde von Greenpeace 2010 aufgenommen und zeigt eine Anlage von Indonesiens größtem Palmölproduzenten Sinar Mas Agro Resources and Technology (SMART).
(Foto: AFP)

Rund 27 Prozent des 2007/2008 gerodeten und gebrandschatzten tropischen Regenwaldes etwa in Borneo gehen direkt auf das Konto von Palmölplantagen, berichtete eine internationale Forschergruppe Anfang dieses Jahres im Fachblatt PNAS. Darin sind Rodungen zur Holzgewinnung, die im Auftrag von Palmölfirmen stattfanden, nicht einmal mitgezählt. Die Plantagen bedecken laut World Wide Fund For Nature (WWF) weltweit über zwölf Millionen Hektar - das entspricht der Fläche der beiden größten Bundesländer Bayern und Niedersachsen zusammengenommen.

Um dieser Umweltzerstörung zu begegnen, hat der WWF 2004 den Roundtable on Sustainable Palm Oil (RSPO) ins Leben gerufen. Hier versuchen Industrie und Umweltverbände gemeinsam, auf nachhaltigen Anbau umzustellen. Seit einem Jahr vergibt das Gremium auch ein neues Nachhaltigkeitssiegel, das nun langsam auf Produktverpackungen Einzug findet. Doch die Hoffnung, ganz auf umweltfreundliches Palmöl umzustellen, ist bei solch enormen Produktionsmengen ambitioniert.

Denn Palmöl boomt: Derzeit werden pro Jahr rund 50 Millionen Tonnen erzeugt, Malaysia und Indonesien produzieren zusammen 87 Prozent davon. Das Kernproblem ist, dass die Ölpalmen mit ihren dattelgroßen, gelb-rötlichen Früchten genau dasselbe Klima benötigen wie der tropische Regenwald. Beide brauchen viel Wasser, beide gedeihen nur in dem schmalen Bereich zwischen den Zehnten Breitengraden nördlich und südlich des Äquators.


Doch die Probleme rund um den Anbau wurden in der westlichen Öffentlichkeit lange Zeit kaum wahrgenommen. Erst mit der Diskussion um den Biodiesel änderte sich das ein wenig. Dabei wurden laut WWF im Jahr 2010 nur fünf Prozent des Palmöls energetisch genutzt, zur Strom- oder Wärmeproduktion oder eben als Agrardiesel. Demgegenüber entfallen 24 Prozent des weltweit verarbeiteten Palmöls auf Seifen, Kosmetika, Kerzen und andere Industrieprodukte. Wer nicht auf Waschnüsse und Lavaerde umsteigen will, kann Palmöl kaum vermeiden.

Der Löwenanteil von 71 Prozent aber findet sich in Lebensmitteln wieder. In Keksen, Schokoladencremes, Frittieröl und Margarine ist es fast immer enthalten. Das Öl steckt schätzungsweise in jedem zweiten Supermarkt-Produkt.
Geringer Rohstoffpreis hier, massive Eingriffe in die Umwelt dort

Die wahre Herkunft wird dabei gerne verschleiert, auf der Verpackung steht "pflanzliches Öl" oder "pflanzliches Fett". Erst ab 2014 sind die Hersteller laut EU-Verordnung verpflichtet, die genaue Herkunft zu nennen. Bis dahin kann man meist nur vermuten, dass Palmöl im Produkt steckt, denn es ist das günstigste Öl auf dem Markt und wird als minderwertig angesehen.

Dem geringen Rohstoffpreis stehen am anderen Ende der Welt massive Eingriffe in die Umwelt gegenüber: die Abholzung der wohl wertvollsten Waldflächen der Erde, der Verlust von Artenvielfalt und Kohlendioxid-Speichern, die Zerstörung von Torfböden auf Borneo. Obwohl der Torfboden für die Ölpalmen denkbar schlechte Verhältnisse bietet, wird er für den Anbau trockengelegt und setzt dabei weiteres CO2 frei. Auch Landraub und die Vertreibung indigener Völker sind mit den Palmölplantagen verknüpft.

Zudem belastet das in der EU verbotene Herbizid Paraquat viele Plantagenarbeiter - in Indonesien darf es weiter versprüht werden. Es soll die jungen Ölpalmsetzlinge schützen, doch gefährdet es bereits in kleinen Dosen auch Menschen. Kaum einer der Tagelöhner in den Anbaugebieten trägt einen geeigneten Ganzkörperschutzanzug. Aus Unwissenheit spülen sie die leeren Herbizid-Behälter im Fluss aus, wodurch weitere Ökosysteme und das Trinkwasser vergiftet werden. Viele Menschen leiden unter beständiger Übelkeit, Haut- und Atemwegskrankheiten.

 
Monokultur oder Mischkultur?
Mittwoch, den 18. Juni 2014 um 10:08 Uhr

Die Folgen des Anbaus in Monokulturen in Regenwaldgebieten

Die meisten Anbaugebiete der industriellen Landwirtschaft, die Nutzpflanzen für den direkten Verzehr oder die industrielle Weiterverarbeitung anbauen, werden in Monokulturen angebaut. Das heißt, dass in einem Anbaugebiet lediglich eine Sorte einer Nutzpflanze vorkommt. Der Großteil der industriellen Landwirtschaft weltweit besteht aus solchen Monokulturen. Wirtschaftlich betrachtet, macht das auch durchaus Sinn. Werden Pflanzen in Monokulturen, statt in Mischkulturen angebaut, sind diese viel leichter zu säen, zu pflegen und zu ernten. Dies macht Monokulturen sehr profitabel und die daraus entstehenden Produkte für die Endkunden weitaus günstiger. Da jedoch der Anbau von Monokulturen nicht dem natürlichen Vorkommen von Flora und Fauna entspricht, wirkt sich dies negativ auf die Umwelt aus. Der Anbau in Monokulturen entzieht den Böden einseitig Nährstoffe und verhindert eine natürliche Abwehr der Pflanzen gegen Krankheiten und Ungeziefer. Dadurch wird der Einsatz von Düngemitteln und Pestiziden notwendig.

Wegen dieser Folgen gerät die Palmölindustrie immer wieder in scharfe Kritik. Schon allein der Anbau von Monokulturen schädigt die Umwelt, da natürliche Lebensräume zerstört werden. Passiert dies dazu noch auf brandgerodetem Regenwaldboden kann man durchaus die Frage stellen, warum Palmöl als sogenannter nachhaltiger Rohstoff beworben wird.

Kurz zum Anbau von Ölpalmen:

Da Palmen tropisches Klima bevorzugen, werden diese in Regenwaldgebieten, oder schlimmstenfalls sogar auf gerodetem Regenwaldboden angebaut. So werden für die Herstellung von Palmöl zunehmend Regewaldgebiete brandgerodet, um Monokulturen von Ölpalmen anzubauen. Palmöl wird vor allem für die Lebensmittelindustrie, Kosmetik und als Bio-Treibstoffe verwendet. Palmöl ist für die Industrie interessant, da es relativ günstig ist und zudem noch als nachhaltiger Rohstoff beworben werden kann. Jedoch hat der Anbau von Ölpalmen auf brandgerodetem Regenwaldboden mit Nachhaltigkeit überhaupt nichts gemein. Zunächst wird bei der Brandrodung wertvoller Regenwald unwiderruflich zerstört und dabei sehr viel des Treibstoffgases CO2 freigesetzt. Dabei wird bereits ein Vielfaches mehr an CO2 ausgestoßen als durch den sogenannten Bio-Treibstoff Palmöl an CO2 eingespart werden kann. Außerdem muss der nährstoffarme tropische Boden mit viel Kunstdünger und Pestiziden bearbeitet werden. Die hohen Regefälle in den Tropen schwemmen diese chemischen Stoffe in das Grundwasser und verunreinigen somit die umliegenden Ökosysteme, von denen die Landbevölkerung stark abhängig ist. Der Lebensraum für viele Tiere in den Tropen wird durch die Brandrodung und den Anbau von großflächigen Monokulturen zerstört.


Kokospalmen in Monokulturellem Anbau

Das wohl bekannteste Beispiel ist die Bedrohung der Orang-Utan Bestände. Für die Orang-Utans gibt es langfristig kaum noch eine Aussicht auf den natürlichen Erhalt ihrer Art, wenn sich diese Anbaumaßnahmen in den Regenwaldgebieten in aktuellem Maße fortsetzen. Daran ist zum großen Teil die Palmölindustrie schuld, die vor allem in den Lebensräumen der Orang-Utans Palmölplantagen anbauen. Die Regenwälder Borneos und insbesondere Indonesiens und Malaysias, die einst die größten zusammenhängenden Regenwaldgebiete waren, wurden durch Brandrodung stark minimiert. Fährt man durch die Gebiete, erfreut man sich zunächst einer grünen saftigen Umgebung. Auf den zweiten Blick erkennt man schnell die in Reih und Glied stehenden Ölpalmen, die dort wachsen, wo man eigentlich  artenreichen Regenwald erwartet. Zunehmend entstehen für Orang-Utans in diesen Gebieten sogenannten Aufzuchtstationen. In diese werden Orang-Utans gebracht, die in ihrem natürlichen Lebensraum bedroht sind und umgesiedelt werden sollen. Diese Einrichtungen und andere Organisationen versuchen verzweifelt den Regenwald zu schützen.

Es wird zwar auch über die Organisation RSPO (Roundtable of Sustainable Palmoil) versucht der Palmölindustrie ein positives Gesicht zu geben, jedoch sind die Auflagen und deren Umsetzung ungenügend, um von einem nachhaltigem Anbau zu sprechen.

Eine interessante Studie hat zudem gezeigt, dass dort wo nur Kokospalmen angebaut werden keine anderen Pflanzen wachsen, da Vögel sich nicht gern auf Kokospalmen niederlassen und so dort signifikant weniger Kot hinterlassen, der Nährstoffe enthält. Somit wird der Boden nicht befruchtet und es werden ihm keine Nährstoffe von außen zugeführt.

Aus den geschilderten Gründen ist es uns besonders wichtig, dass unsere KULAU Kokosnussprodukte nicht in Monokulturen angebaut werden. Unsere Bioprodukte stammen ausschließlich aus Mischkulturen, die einer natürlichen Zusammensetzung der Flora und Fauna im Regenwald entsprechen. Damit versuchen wir den Anbau unserer Kokosnüsse so natürlich wie möglich zu gestalten. Es werden keine chemischen Düngemittel und Pestizide verwendet und so bleibt die Umwelt im Gleichgewicht.

 

 
Glückliche Orang-Utans leben länger
Mittwoch, den 07. Mai 2014 um 13:47 Uhr
Das Wohlgefühl von Orang-Utans wirkt sich positiv auf deren Lebenserwartung aus. Dieser Zusammenhang gilt zumindest für Tiere in der Gefangenschaft, berichtet ein britisch-amerikanisches Biologenteam.

Kategorie: Verhalten Erstellt am 29.06.2011.
Experiment mit Gute-Laune-Skala
... Die Psychologen um Alexander Weiss von der Universität Edinburgh baten die Tierpfleger von 42 Zoos unter anderem aufzuschreiben, wie oft die Orang-Utans gute Laune hatten oder wie gesellig sie waren.

Die Studie
"Happy Orang-utans Live Longer Lives", Biology Lettres (doi: 10.1098/rsbl.2011.0543).

Während der folgenden sieben Jahre seien 31 der insgesamt 184 Tiere gestorben, schreiben die Forscher in den "Biology Letters" der britischen Royal Society. Je wohler sich die Tiere zu Beginn der Studie fühlten, desto höher war die Wahrscheinlichkeit, dass sie am Untersuchungsende noch lebten. Auf der siebenstufigen Skala zur Zufriedenheit senkte eine Steigerung um einen Punkt das Sterberisiko um 42 Prozent. Den Berechnungen der Forscher zufolge entsprach dies einem Altersunterschied von rund 5,7 Jahren.

Genetischer Effekt vermutet
Das Resultat deckt sich mit Studien, denen zufolge glückliche Menschen ebenfalls länger leben. Allerdings glauben die Psychologen nicht, dass positive Gefühle direkt die Lebenserwartung erhöhen. Vielmehr vermuten sie, dass bestimmte Gene sowohl zur Gesundheit als auch zum Wohlbefinden beitragen. Möglicherweise könne Unzufriedenheit aber auch ein Zeichen von Stress oder schon ein erster Hinweis auf versteckte Krankheiten sein.

Unabhängig davon zeigt die Studie, dass Zoowärter das Seelenleben von Menschenaffen offenbar recht zuverlässig einschätzen können. Dies könnte künftig den Schutz solcher Tiere verbessern, meinen die Forscher. Schwermütige oder launische Affen könnten durch systematische Befragungen identifiziert und dann besonders sorgfältig untersucht werden.
 
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