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Palmölboom
Mittwoch, den 01. Juni 2016 um 00:00 Uhr

Quelle: focus.de

Jeden Tag essen wir Produkte wie Müsli, Schokolade und Eiskonfekt, in denen Palmöl steckt. Um den riesigen Bedarf zu decken, werden in Südostasien und Afrika zahlreiche neue Plantagen errichtet. Dafür muss der Regenwald weichen. Das hat fatale Folgen.

Allein im laufenden Jahr 2015 wurden in Indonesien schon mehr als 15 Millionen Hektar Regenwald gerodet.
Eine typische Palmölplantage verschmutzt die Atmosphäre im selben Ausmaß wie 22.000 Autos.
Riesige Palmölplantagen sollen nun auch in Afrika entstehen.

In Sumatra, einer zu Indonesien gehörenden Insel, leben noch etwa 6000 Orang-Utans, doch sie werden gejagt, erschossen oder verhungern qualvoll. Besonders der erhebliche Verlust ihres Lebensraums ist ein Todesurteil. So verloren die Menschenaffen in den letzten 20 Jahren allein in Sumatra 40 Prozent ihres Habitats.
Die Hälfte aller Produkte enthält Palmöl

Ein ähnliches Schicksal könnte nun auch die west- und zentralafrikanischen Menschenaffen erwarten. Besonders gefährdet seien Gorillas, Schimpansen und Bonobos, schreibt ein internationales Forscherteam in der Zeitschrift „Current Biology“.

Der Grund dafür ist die menschliche Gier. Nicht nach Tropenholz, sondern nach geschmeidiger Margarine und auf der Zunge zergehender Schokolade.

Die Umweltorganisation World Wide Fund for Nature (WWF) schätzt, dass die Hälfte aller Produkte in hiesigen Supermärkten mit Palmöl oder Palmöl-hergestellt wird. Besonders Nutella war in letzter Zeit häufiger deswegen in den Medien, erst recht nachdem die französische Umweltministerin Ségolène Royal zum Boykott aufrief.

Glaubt man Greenpeace, dann prangert Royal jedoch genau die falsche Firma an. Denn im Gegensatz zu vielen anderen Unternehmen verwendet Ferrero offenbar nur Palmöl aus nachhaltigem Anbau.
Diese Produkte enthalten Palmöl

Besonders cremige Süßigkeiten enthalten Palmöl, etwa Schokolade von Milka oder Lindt.
Aber auch Hersteller von Fertigprodukten, unter anderem Uncle Bens, Knorr und Erasco verwenden das Öl in ihren Produkten.
In vielen Seifen ist Palmöl ebenfalls enthalten, darunter in Produkten von Palmolive und Dove.
Ariel, Persil, Spree, Terra Aktiv  – die bekannten Waschmittel enthalten allesamt Palmöl.
Auch Cremes und Kosmetika enthalten das Öl der Palmen.

Wie weit diese Produkte Palmöl von verifizierten Herstellern verwenden ist nicht bekannt.
Das sind die Vorteile von Palmöl

Palmöl wird aufgrund seiner ausgezeichneten Hitze- und Oxidationsstabilität vor allem in Asien und Afrika als Speisefett zum Kochen, Braten und Frittieren eingesetzt.
Es enthält eine ungewöhnlich hohe Konzentration von Carotinen und Vitamin E.
Zudem ist der Ertrag der Pflanzen erheblich höher, als der Output vergleichbarer Öllieferpflanzen.

Den Vorteil von Palmöl haben die Konzerne längst erkannt, in immer größeren Mengen wird es eingesetzt. Die Folgen sind verheerend. Allein in diesem Jahr rodeten Firmen 15 Millionen Hektar indonesischen Regenwalds. Auf Borneo verschwand seit 1973 ein Drittel des Waldes.
Im Video: WWF sieht Erde vor Burn-out - Wie der Mensch sich selbst zerstört
[Wie der Mensch sich selbst zerstört]
FOCUS Online/Wochit Wie der Mensch sich selbst zerstört
Ertragreicher Biodiesel aus Palmöl

Viele der gerodeten und abgeholzten Flächen, werden nun für den Anbau von Palmen genutzt. Für die dort lebenden Sumatra-Orang-Utans ist das lebensbedrohlich. Nicht nur ihr Lebensraum schwindet. Betreten sie eine Palmölplantage wird auf sie geschossen.

Palmöl wird immer lukrativer und weitere Industriezweige haben das Potential erkannt. Der französische Mineralölkonzern Total etwa rüstet seine Raffinerie in La Mède um. Zweck: Die Herstellung von Biodiesel aus Palmöl.

Für Klaus-Peter Stahmann ist das ein Teil des Problems. Anstatt weiter Öle zu verbrennen, sei es wirtschaftlicher, auf Photovoltaik zu setzen, mahnt der Professor der BTU Cottbus. „Durch den höheren Wirkungsgrad von Sonnenenergie - nutzbar in Elektrofahrzeugen - würde dies nicht nur die Natur schonen, sondern auch unseren Geldbeutel.“

Das Öl der Palmen liefert dennoch einen erheblich höheren Ertrag als zum Beispiel Raps. So liefert ein Hektar Palmölplantage einen Ertrag von vier bis sechs Tonnen Öl pro Jahr, Raps dagegen lediglich 1,5 bis 2,5 Tonnen pro Jahr. Für die Herstellung von Biodiesel muss jedoch auf Palmöl von zertifizierten, ausgewiesenen Herstellern zurückgegriffen werden.
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Übersicht: Dramatischer Palmöl-Boom

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Nur Lebensmittel müssen gekennzeichnet sein
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Menschenaffen
Palmöl
Palmöl-Plantagen
Regenwaldzerstörung

 
Liste der versteckten Palmöle
Mittwoch, den 16. Dezember 2015 um 06:31 Uhr

Schön problematisch: Vorsicht vor Palmöl in Kosmetika


1. Cetearyl Alcohol
2. Cetyl Alcohol
3. Cetyl Palmitate
4. Coconut Butter Equivalent (CBE)
5. Coconut Butter Substitute (CBS)
6. Elaeis Guineensis
7. Emulsifiers E471
8. Fatty Alcohol Sulphates
9. Glyceryl Laurate
10. Glyceryl Stearate
11. Hydrated Palm Glycerides
12. Isopropyl
13. Octyl Palmitate (achten Sie auf alle palmitate-Endungen)
14. Palm Oil Kernal
15. Palm Olein
16. Palm Sterine
17. Palmate
18. Palmitate
19. Sodium Dodecyl Sulphate (auch SDS oder NaDS)
20. Sodium Isostearoyl Lactylaye
21. Sodium Laureth Sulphate
22. Sodium Lauryl Sulfoacetate SLSA (meist Kokosöl, kann jedoch auch mit Palmöl hergestellt werden – deshalb unsicher)
23. Sodium Lauryl Sulphate (kann auch nur aus Rizinusöl hergestellt sein)
24. Steareth -2
25. Steareth -20
26. Stearic Acid
27. Vegetable Oil / Vegetable Fat (hoch gesättigtes Fett = Palmöl)

 
Brandstifter-Konzerne müssen vor Gericht

Indonesien: Brandstifter-Konzerne müssen vor Gericht!

„Sie verbrennen die Zukunft unserer Kinder“, sagt Nordin von der Umweltorganisation Save our Borneo. „Jedes Jahr werden die Waldbrände schlimmer.“ Vor allem Palmölkonzerne weiten durch illegale Brandrodung ihre Plantagen aus. Indonesiens Regierung muss die Firmen zur Verantwortung ziehen und schließen lassen.
Ein Mann wird vor brennendem Regenwald interviewt „1.000 Hektar Torfregenwald wurden hier verbrannt“, so Umwelt-Aktivist Feri Irawan im TV-Interview. „Doch noch können wir den größten Teil des Waldes retten.“

Petition
Hinter­gründe

Schwarzer Rauch verdunkelt den Himmel und macht das Atmen zur Qual. Die Behörden auf Borneo und Sumatra melden höchste Gefahrenstufe.

„Die 9-jährige Intan ist am 15. September auf dem Schulweg zusammengebrochen und noch auf dem Weg ins Krankenhaus gestorben“, berichtet Nordin aus Zentral-Kalimantan auf Borneo. „Sie war an den Rauchpartikeln aus den Feuern erstickt, die seit Wochen unser Land vernichten.“ Intan ist nicht die Einzige, die sterben musste, weil Palmölkonzerne Feuer legen lassen – auch in Nationalparks und geschützten Torfmoorwäldern. Brandrodung ist in Indonesien strikt verboten.

„Alles nur wegen der Gier nach Palmöl,“ so Nordin. „Immer mehr Palmöl für Biosprit, immer mehr Plantagen, immer mehr Feuer.“ Zurzeit stehen allein in Zentral-Kalimantan mindestens 12 Palmölfirmen unter Verdacht der Brandstiftung. Der Umweltaktivist spricht von einer nationalen Katastrophe, die die Menschen, Tiere und Regenwälder in seiner Heimat bedroht. Und auch das Weltklima: Indonesien gehört zu den drei größten CO2-Verursachern der Erde.

Seit Wochen brennt es auch in Jambi auf Sumatra. Rettet den Regenwald-Partner Feri Irawan schlägt sich, ebenso wie Nordin, unter Lebensgefahr zu den Brandherden durch, um die Täter zu ermitteln und vor Gericht zu bringen. Gegen 26 Firmen wird bereits ermittelt, 7 Manager wurden verhaftet.

„Wir fordern, dass nicht nur die Hersteller, sondern alle Konzerne, die indonesisches Palmöl zu Konsumgütern und Biosprit verarbeiten, endlich für die Verbrechen entlang ihrer gesamten Lieferkette haften“, so Feri Irawan. „Sie sind Mitverursacher der gewaltigen Feuer.“ Dazu gehören z.B. Unilever, Nestlé, Henkel und der finnische Staatskonzern Neste Oil, dessen Biosprit in europäischen Dieseltanks verbrennt.

Bitte unterschreiben Sie unsere Petition an die indonesische Regierung.
19.229 Teilnehmer
Unterschreiben Sie die Petition:

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An: Präsident der Republik Indonesien, Joko Widodo, Ministerin für Umwelt und Forsten, Siti Nurbaya Bakar

Bringen Sie die Brandstifter-Konzerne vor Gericht, entziehen Sie ihnen die Konzessionen für immer und verpflichten Sie sie zur Wiederaufforstung.

Quelle:https://www.regenwald.org/aktion/1018/indonesien-brandstifter-konzerne-muessen-vor-gericht?t=358

Start der Aktion: 18.09.2015
Informieren Sie Freunde und Bekannte:
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Fleischeslust im Dschungel

 

Fleischeslust im Dschungel

 

Wenn Obst knapp wird, erlegen und vernaschen die eigentlich als Vegetarier bekannten
Orang-Utans auch mal gerne einen Plumplori.
Eine entsprechende Beobachtung haben nun Biologen im Urwald Indonesiens gemacht:
Sie konnten dokumentieren, wie eine Orang-Utan-Mutter eins der putzigen
Äffchen erbeutete und die Mahlzeit dann mit ihrem Kind teilte.
Orang-Utans ( Pongo abelii) gelten eigentlich als Vegetarier,
denn ihre Ernährung basiert auf Obst und anderen pflanzlichen Produkten.
Dieses friedfertige Image war allerdings schon vor der aktuellen Studie zunehmend ins Wanken
geraten, denn es gab vereinzelte Berichte,
die nahelegten, dass die Menschenaffen bei Gelegenheit auch tierische Kost nicht verschmähen
und sogar aktiv auf Jagd gehen.
Nun konnten Biologen um Madeleine Hardus von der Universität Amsterdam dies durch
Filmaufnahmen eindeutig belegen.

Aus dem Baum geschüttelt und in den Kopf gebissen

Ihre Beobachtung machten die Forscher, als sie gerade das Verhalten des
Orang-Utan-Weibchens ?
Yet? und ihrem Kind ?Yeni?
untersuchten, die in einer Baumkrone nach Futter suchten.
Die Orang-Utan-Dame erspähte dabei plötzlich einen Plumplori
( Nycticebus coucang).
Diese kleinen Affen sind bekannt für ihr kindliches Aussehen ?
empfinden sie als sehr niedlich.
Orang-Utans scheinen die großen Kulleraugen dagegen wenig zu rühren -
die Äffchen wecken offenbar eher ihren Appetit,
wie die Forscher nun beobachten konnten:
Yet schüttelte den Plumplori gezielt aus dem Geäst, so dass er zu Boden stürzte.
Dann kletterte sie fix vom Baum
und tötete das benommene Opfer mit einem Biss in den Kopf.
Die Beute brachte sie anschließend zurück in die Baumkrone,
wo sie und ihr Kind den toten Primaten gemeinsam genüsslich verspeisten.



Wahrscheinlich entspricht dieses Verhalten der typischen Jagdstrategie der Orang-Utans,
sagen die Forscher,
denn Augenzeugenberichte und weitere Beobachtungen der Forscher legen dies nahe.
Der Grund, warum Orang-Utans die Plumploris aus dem Geäst schütteln und nicht schon
gleich im Baum erbeuten,
liege dabei auf der Hand: Die Äffchen sind zwar langsam und behäbig,
aber nicht wehrlos ?
ihr Biss ist giftig und kann für einen Orang-Utan böse enden.
Deshalb versuchen die großen Menschenaffen
die Beutetiere zu verletzen oder zu töten,
bevor sie ihnen zu nahe kommen, vermuten Madeleine Hardus und ihre Kollegen.
Möglicherweise wird diese Jagdtechnik unter den Orang-Utans auch von
Generation zuGeneration weitergegeben.

Von Schimpansen ist ebenfalls bekannt, dass sie gelegentlich
kleine Affenarten erbeuten und verspeisen
.
Dies machen sie im Gegensatz zu den Orang-Utans aber gerade dann,
wenn es genügend pflanzliche Nahrung gibt.
Vermutlich spielt es in diesen Überflusszeiten keine so große Rolle,
wenn Schimpansen für ihre teils aufwendigen
Jagden viel Energie verbrauchen,
sagen die Forscher.
Alle bisherigen Beobachtungen zum Jagdverhalten
der Orang-Utans wurden dagegen in Zeiten gemacht,
in denen pflanzliche Nahrung
besonders knapp war.
Offenbar nutzen die Tiere dann jede Gelegenheit,
ihren Speiseplan mit Plumplori-Fleisch zu bereichern.
Gibt es dagegen wieder genügend pflanzliche Nahrung,
meiden sie eher das Risiko eines giftigen Bisses.
Quellle: Madeleine Hardus (Universität Amsterdam)
 
Tödliches Palmöl

Tödliches Palmöl

 

http://reportage.wdr.de/quarks-sumatra-webreportage#4370

 

 

 
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