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Projektreisen

Borneo-Sulawesi 2017

Hinweis in eigener Sache! Alle Bilder und Texte unterliegen dem urheberrechtlichen Schutz © Copyright

Für Foto/Dreharbeiten und Einhaltung der Bescheidbedingungen ist der Aufnahmeleiter verantwortlich. Der Aufnahmeleiter ist vom Antragsteller bevollmächtigt, das Ansuchen zu ergänzen oder zurückzuziehen und steht für alle notwendigen Auskünfte zur Verfügung. Tonfilmaufnahmen  werden erst nach Fertigstellung und freundlicher Genehmigung der indonesischen Regierung und den Projekt beteiligten Personen unter Einhaltung aller Genehmigungen veröffentlicht werden. Ton- und Kameraaufnahmen werden vertraulich und zweckgebunden behandelt und eine Weitergabe an Dritte erfolgt nur nach ausdrücklicher Genehmigung der Beteiligten.



26.03.2017


Borneo, das klang früher für mich und viele andere immer nach unerreichbaren Inseln in smaragdfarbenen Meerwasser. Bedeckt von undurchdringlichem Dschungel unter dessen Blätterdach wilde Tiere und Abenteuer warteten. Doch diese Zeiten sind lange vorbei, denn die Realität ist mir in meiner jahrelangen Arbeit für IC Fansfornature sehr schnell bewusst geworden. Ich ging vor der Reise davon aus, dass es in 10 Jahren keine Orang-Utans mehr in freier Wildbahn geben wird. Nach der Reise glaube ich, dass es keine 10 Jahre mehr dauern wird! 1,5 Jahre Planung und monatelange, geografische, akribische Planung im Vorfeld. Jetzt war es endlich soweit! Ich begann mein ganz persönliches Abenteuer in mehreren hundert Tonnen Stahl und vier Triebwerken.Von München nach Doha im arabischen Raum und von dort aus nach dem Zwischenstopp und nach 26 Stunden (für mich als aktiver Mensch eine richtige Tortur.) wurde ich früh-morgens in Jakarta von der drückenden Schwüle und der aufgehenden Sonne begrüßt. Chaotisch, überfüllt und kosmopolitisch - das ist Jakarta, die Hauptstadt Indonesiens, eine Metropole der Gegensätze. Mit vielen Millionen Einwohnern aus aller Herren Länder findet man in dieser Stadt nicht nur eine Vielzahl an Sprachen und Kulturen, sondern auch eine sehr große Kluft zwischen Arm und Reich. Hier erwartet einen das beste Nachtleben Asiens, aber wahrscheinlich auch das eines der höchsten Verkehrsaufkommen.

Jakarta zählt 9,6 Millionen Einwohner, befindet auf der Insel Java und ist mit einer Jahresdurchschnittstemperatur von 26,2 °C nicht gerade der kälteste Ort auf dieser Welt. Jakarta ist das politische, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum des Landes sowie Verkehrsknotenpunkt mit Universitäten, Hochschulen, Theater und Museen. Die Bevölkerung der Stadt ist von vielfältiger Herkunft, so leben in ihr Menschen malaiischer, arabischer, indischer, niederländischer und chinesischer  Abstammung.

Nachdem ich bei der Zwischenlandung in Doha nur ganz kurz Zeit hatte, um meinen Weiterflug nach Jakarta anzutreten, war klar, dass mein Gepäck den Weg mit mir nicht angetreten war und so, wie es kommen musste, stand ich nun natürlich ohne dem selbigen da. Aber man versicherte mir, dass mein Gepäck mit dem nächsten Flieger um 16:00 Uhr ankommen werde.Der Concierge des Hotels FM7 Bino hatte mich schon mit Schildchen erwartet und transportierte mich umgehend ins Hotel. Der Weg dorthin ist eigentlich in ca. 15 Minuten zu bewältigen. Aber bedingt durch den extremen Verkehr in dieser Stadt kann es schon mal ein Vielfaches dauern. Angekommen im Hotel erwarteten mich schon die freundlichen Mitarbeiter und ich war völlig überrascht, vom neu erbauten zweiten Gebäude, welches 2014 eröffnet wurde. Ein Ort, um sich wirklich wohl zu fühlen, das kann ich behaupten, denn es war das zehnte Mal, dass ich dort war.

 


Es dauerte dann auch nicht lange und ich hatte mein Zimmer bezogen, mich frisch gemacht und konnte mir schon den ersten Termin für eine Massage ausmachen. Nach dem langen Flug, tat dies sehr gut, aber danach hatte ich wieder ein paar blaue Flecken mehr, da mich die Masseuse richtig ran-genommen hat und zwischendurch war es eher ein wenig schmerzvoll statt entspannend. Um 13:30 Uhr startete ich erneut mit dem Fahrer den Weg zum Flughafen um mein Team, welches aus Hongkong anreiste, abzuholen. Wieder im Hotel, wurde ein kurzer Snack zu sich genommen und das geplante Programm für die nächsten Wochen besprochen.

Drei Mal trat ich an diesem Tag den Weg zum Flughafen an, um mein Gepäck abzuholen. Und endlich war es dort angekommen, meine Wohnung in Sack und Koffer war nicht zu übersehen und nach gründlicher Überprüfung durch die Flughafenangestellten, konnte ich es dann endlich verladen und zurück ins Hotel.

 


27. - 29.03.2017

 

Um 03:00 Uhr in der Früh kam der Weckruf aus der Hotel Lobby und ich und das Team mussten recht früh zum Flughafen, zu unserem Flug nach Sintang über Pontianak.West-Kalimantan, ist eine indonesische Provinz auf  Borneo. Sie liegt im Südwesten der Insel und grenzt im Norden an den malaysischen Teilstaat Sarawak. Hauptstadt ist Pontianak mit ca. 517.000 Einwohnern. Pünktlich um 09:40 Uhr landeten wir und wurden vom Fahrer des Sintang-Orang-Utan-Center (SOC) abgeholt, wo uns im Office Alexandra Voesmer und ihr Team bereits erwarteten. Alexandra Vosmaer, eine sehr kompetente Frau, die ihre Arbeit und die Vorschriften sehr genau nimmt, was mir sehr gefallen hat und volle Zustimmung findet. Denn es ist ein Zeichen dafür, dass aus der Vergangenheit gelernt worden ist.

Vom Office aus konnte man bereits 2 neugierige Orang-Utans sehen, denen unsere Ankunft natürlich nicht entgangen war und die sehr neugierig am oberen Ende des Käfigs ihre Augen auf uns richteten. Im Vorfeld hatte uns Alexandra schon per Mail informiert, das die Straßen nach Tembak mittlerweile in einem sehr schlechten Zustand sind und wir, nach einer 2 stündigen Fahrt, mit Sicherheit auf dem Motorrad weiterfahren müssten.

Deshalb sollten wir nur kleines Gepäck mit uns führen und wir packten daher wirklich nur das Wichtigste ein. An erster Stelle natürlich das Filmequipment und die Kameras. Meine Wenigkeit, bekannt dafür, dass ich mich zu Tode fürchte, wenn es um Spinnen geht, hat natürlich „Meine Wohnung im Sack, sprich Zelt“ als wichtigstes Utensil auf den Rücken geschnallt.


Es sollte nicht lange dauern, bis die Vorhersagen betreffend der Straßen ins Reale übergingen und wir stiegen um auf das Motorrad. Und es sollte wieder einmal richtige Abenteuerfahrt werden. Bedingt durch den Regen und die großen Lkws, welche die Straße dermaßen unbefahrbar machen, kam es wie es kommen musste. Trotz 4x4 Radantrieb keine Chance und auch genau deshalb ist der Motorroller das beliebteste und wichtigste Fortbewegungsmittel überhaupt. Die Jungs, die dies natürlich gewohnt sind, haben das mit Bravour gemeistert. Öfters absteigen und ein Stück über die glitschige Straße laufen ließ sich allerdings nicht vermeiden.


Entlang der Hauptstraßen, sah man sehr viel gesperrte Straßen und Wege, gesäumt von unzähligen Palmölplantagen und mir kam vor, es sind noch mehr geworden seit meinem letzten Besuch. Man konnte schon vom Flugzeug aus beobachten, das es kaum noch Landflächen gibt, wo keine Palmölplantagen zu finden sind. Es kamen uns Kolonen von LKWs mit geernteten Palmölkernen entgegen, penibel geschlichtet und an den Straßenrändern bereits die nächsten liegend, bereit zur Abholung.Waren es mal keine Palmölplantagen, gab es unzählige Kautschukplantagen, aber auch Bäume, die später zur Papiererzeugung dienen würden. Es schnürte mir von Minute zu Minute mehr den Hals zu und ich hatte das dringende Bedürfnis zu schreien bei diesem Anblick.

 


Und dann waren da auch noch diese Brücken, die schon fast als lebensgefährlich zu bezeichnen sind und von den jeweiligen Dörfern und ihren Bewohnern selbst in irgendeiner Form befahrbar gemacht wurden, um überhaupt ans andere Ende zu gelangen. Mit Holz reparieren sie die Brücke in Eigenregie, denn von Seiten der Regierung oder den verschiedenen Distrikten ist keine Hilfe zu erwarten. Das bestätigten uns auch immer wieder die Menschen dort.

 


Äußerst präsent und in fast allen Provinzen zu sehen sind an vielen Straßen und bei den Dörfern eigenartige Betonbauten. Mehrstöckig, mit kleinen Öffnungen, sogenannte Vogelhäuser. Und man vernimmt ziemlich viel Vogelgezwitscher. Aber nicht von Vögeln sondern von einem mechanisch betriebenen Rekorder, der Vogelgesang imitiert, um Vögel anzulocken. Die bauen sich dort Nester. Anfänglich dachte ich, die Eier wären die Einnahmequelle. Nein, falsch gedacht. Es sind die Nester. Doch was geschieht mit den Nestern war nun meine Frage. Die Nester werden nach einiger Zeit abgenommen, getrocknet, gerieben und wer weiß noch was und dann an die Chinesen verkauft, die sie als Delikatesse essen. Kaum vorstellbar, denn wir haben ein Haus von innen besichtigt und es stank erbärmlich.Gut, wenn man bedenkt, was Chinesen so alles essen, dann kann man sich auch das vorstellen. Einfach nur grauenhaft und für uns Horror pur.


Im Dorf Tembak angekommen, empfing man uns mit großer Freundlichkeit und die Menschen, allen voran die Kinder freuten sich riesig über unser Kommen und über die willkommene Ablenkung.




Rocco, auch unser Spaßvogel hatte gleich mal wieder alle und alles im Griff, und natürlich besonders die Kinder, die einfach nur FunFunFun mit ihm hatten. Im Langhaus angekommen habe ich sofort „meine Wohnung“ (eh schon wissen …) aufgeschlagen und alles absolut „Spinnen sicher“ verstaut. Ich sorgte damit wieder mal für ziemliches Gelächter, aber um ruhig zu schlafen, nahm ich das gerne in Kauf. Einige Dorfbewohner saßen auf unsere Veranda und wir genossen die abendliche Geräuschkulisse des Regenwaldes. Und auch die lästigen Wegbegleiter, die Moskitos, die uns natürlich schon am ersten Tag ins Herz geschlossen haben und die dafür sorgten, dass wir bereits nach 3 Stunden von Kopf bis Fuß zerstochen waren.

Dann trafen wir Jean Kern, ein Holländer, der Orang-Utan Outreach Niederlande leitete, sich aber zurückgezogen hat und jetzt im Dorf bei einer Familie lebt. Ein pensionierter Lehrer, der sein altes Leben aufgab und sich selbst in Indonesien gefunden hat und sehr glücklich und zufrieden dort lebt. Ich hab mich sehr gefreut ihn zu sehen und er war überrascht, dass ich wieder nur einen Tag bleiben kann. Aber das nächste Mal wenn ich nach Borneo komme, werde ich garantiert eine Woche bleiben und richtig am Dorfleben teilnehmen. Auch dem Team hätte es gefallen länger dort zu bleiben, doch das geplante Programm für die kommenden Wochen ist dicht gedrängt und wir wollten einfach alles, was wir uns vorgenommen hatten, unterbringen.

Dirk-Jan (DJ) Oudshoorn und Alexandra Vosmaer gingen mit uns ans Ende des Dorfes, wo sich eine kleine Fabrik im Aufbau befindet. DJ hat zuvor schon mit Alexandra in der Masarang Foundation gearbeitet und bringt daher auch schon Erfahrung mit.

 


Eine Alternative zur Arbeit an Palmölplantagen?

Nun, den Menschen wird gegen billiges Geld der Wald abgekauft und danach fehlt es komplett an der Lebensgrundlage, da sich die Dörfer ja fast zu 80 % aus „ihrem Wald“ bedienen. Rattan Holz, Medikamente, Pflanzen, Samen usw. Erst mal draufgekommen, das man sie eigentlich nur betrogen hat, versuchen sie mit Hilfe aus ihren noch vorhandenen Ressourcen doch noch ein wenig sich das Leben und den Alltag zu erleichtern. Es gibt z B. Bäume, die 3 verschiedene Nussarten haben und davon lässt sich mit spezieller Methode, die ihnen gelehrt wird, Fette-Öle Lush und Biodiesel herstellen. Daraus entsteht dann Seife oder Lippenbalsam, Cremen etc. Mittels eines Ofens, der speziell dafür gebaut wurde und auf aufwendige Art Öl gewinnt. Und das Resultat bringt beim Verkauf natürlich wieder ein bisschen Geld.

 

Abfall gleich Kompost gleich Kohle - Wieder mal eine kluge Idee! Mit Abfall wird Kohle gemacht, aber viel poröser, damit die Nährstoffe erhalten bleiben und über die Jahre abgegeben werden können. Ziel wäre es, das ganze Jahr über vom Abfall der Nussbäume Kohle zu produzieren und mit ca. 25 Angestellten (LOW Tech) und damit ist der Maschinen-Unterhalt gesichert.

Am Abend wurde für uns bei der Familie gekocht und gegen 19:00 Uhr kehrten wir dort auch ein.

Jean hatte am nächsten Morgen die die Idee, mit uns an den Fluss zugehen, um zu baden, eine willkommene Ablenkung bei der Hitze. Die Jungs zogen blank (ok Badehose war Pflicht) und ich sprang samt Hose und T-Shirt in den Fluss. Es war einfach herrlich und ich spürte eine tiefe Zufriedenheit, denn dieser Ort hat was mystisches, nicht erklärbar, aber es war eigenartig schön und wohltuend. Ich umarmte mit Rocco einen Baum und wir meditierten ein paar Minuten.

 


Später starteten wir sofort zum angrenzenden Regenwald des Dorfes, wo sich das SOC- Auswilderungscenter befindet. Dort werden die Tiere, nachdem sie Quarantäne und die Sozialisierung hinter sich haben, vorbereitet, um ihr Leben weitgehend selbstständig im Regenwald verbringen können. Sie sind von früh bis spät im Übungswald und abends verbringen sie dann in für sie geeigneten Gruppen ihre Nacht im Käfig. Der dortige Tierarzt Dr. Nurdiana We erklärte uns seine Arbeit sehr genau und man hat wirklich das Gefühl, dass diese Station in guten Händen ist. Alles sehr geordnet, sauber und koordiniert. Die Käfige recht groß und ein kleinerer Käfig für Babys. Leider kamen die kleinen Lauser nicht zum Vorschein, da sie im Wald waren. Aber man konnte sie hören, laut und deutlich!

 


Nach Auswilderungen hat sich oftmalig gezeigt, dass manche Orang-Utans immer wieder zurück in die Stationen kommen, weil sie sich an die Menschen gewöhnt haben. In geschützten Gebieten sicherlich kein Problem, aber in den Dörfern könnte das erneut einen Rückschlag bedeuten, da man dann wieder Orang-Utans illegal aus dem Wald holt. Deswegen ist es auch von großer Wichtigkeit, die Tiere nicht zu sehr an die Menschen zu gewöhnen und das man versucht gute Gebiete, welche schwer passierbar sind und weit ab von Zivilisation, zu schaffen, um nicht wieder denselben Kreislauf und die gleichen Schicksale zu erleben. Und das wichtigste überhaupt ist es, die Bevölkerung für und über die Problematik zu sensibilisieren und aufklären.Das SOC wirkt sehr strukturiert und sauber, gut geführt und mit strengen Vorschriften behaftet, u.a. durften wir nicht in die Station, was wir allerdings auch sehr begrüßen.

Allerdings: Es wurde genau beobachtet, was wir filmten und diverses Material wurde auch zensiert, bzw. überhaupt gelöscht. Zudem mussten wir vorher ein Papier unterschreiben, das eventuelle Einnahmen aus Fotos und Film zu 50 % an SOC abgegeben werden muss. Bei allen berechtigten Vorsichtsmaßnahmen und Regeln, wir verstanden es nicht wirklich, denn schlussendlich sind wir es, die das Geld bringen und diese ganzen Organisationen unterstützen. Wir opfern unsere Freizeit, reisen tausende Kilometer, um zu informieren, aufzuklären. Es gibt viele Projekte rund um Natur- und Tierschutz in diesen Gebieten. Aber eines war immer so und wird immer so bleiben: Wir werden den Teufel tun und keinen Cent in oder an die Regierung zahlen. Geld, das wir akquirieren, geht ausschließlich und nur an bzw. in die Projekte. Dorthin, wo das Geld wirklich dringend benötigt wird.

Disrekia Rimba, die junge Frau vom Dorf machte sich gut als Eco Guide und führte uns ein Stück oberhalb des Regenwaldes, entlang eines wunderschönen Pfades, zu mehreren Hydroplants und erklärte uns, wie sie Strom in die Dörfer zu bringen. Ein gut ausgeklügeltes System, denn die Menschen schauen selber drauf. Sie erzeugen durch das Wasser, welches den Berg hinunter kommt, Strom. Das Wasser sammelt sich in den kleinen Flüssen. Dort, wo Kinder und Einwohner sich waschen und baden, dort finden sie aber auch die Fische zum täglichen Leben. Gutes Trinkwasser ist absolut rar. Dagegen ist das Thema Palmöl allgegenwärtig! Die Palme entreißt dem Boden wertvolle Nährstoffe, da sie eine Monokultur ist. Die Palme hat höchstens 3-mal guten Ertrag, nachher eher spärlicher und wird danach entweder gefällt oder es wird einfach etwas Neues gepflanzt. Das ist gleichbedeutend mit noch weniger Nährstoffen, noch mehr Bodenerosion. Ein ewig katastrophaler Kreislauf.

 

Ein Mischwald wäre langlebiger, ertragreicher und schonender. Und ein Schutzgürtel für die Orang-Utans wäre wichtig, damit sie nicht an die Felder der Bauern gelangen können, ihre Ernte klauen und als Konsequenz daraus von den Bewohnern abgeschlachtet oder gefangen genommen werden. Das Wasser der Flüsse an den angrenzenden Palmölplantagen ist absolut unbrauchbar und ungesund, da auch sehr viel und sehr starke Pestizide eingesetzt werden. Eine große und oft unterschätze Gefahr für die Bevölkerung.

Schweren Herzen haben wir dann das Dorf verlassen und begaben uns auf die Rückreise nach Sintang und haben die folgende Nacht im Hotel verbracht. Abends besuchten wir noch Pater Jacques, ein Missionar der schon über 50 Jahre in Indonesien lebt und ebenso Holländer ist. Er wurde ein paar Tage lang mit einer riesengroßen Zeremonie für seinen langfristigen Einsatz geehrt. Ein Interview hat er abgelehnt, da er nicht wirklich vorbereitet war und es doch schon recht spät war. Sehr schade, ein Mann der viel zu erzählen hätte. Er lebt in einen schönen großen Haus mit einem wunderbaren Garten, den er selbst noch mit Hingabe pflegt. Angrenzend am Ende des Gartens, befinden die neu erbaute (im Jahr 2013) Klinik und die Auffangstation. Am nächsten Morgen wurden wir um 8:00 Uhr vom Fahrer abgeholt und bevor wir in die Station gingen, haben wir mit Alexandra noch ein Interview im wunderschönen Garten des Paters gemacht.

 

 

Danach ging es unter den obligatorischen strikten Sicherheitsvorschriften in die Quarantänestation mit absolutem Filmverbot. Leider gewährte man uns keinen Blick hinter die Kulissen und ich war doch ein wenig enttäuscht, keinen unserer Orang-Utans aus unserem Patenschaftsprogramm gesehen zu haben, aber man versprach uns Reports und Fotos per Email. Die Gefahr irgendwelche Krankheiten hineinzubringen ist viel zu groß und wir mussten es schweren Herzens hinnehmen.Wir waren eigentlich schon froh, dass man überhaupt Zeit hatte, um uns doch sehr viele Informationen zu liefern. Dafür waren wir sehr dankbar.

 



29.03.2017

Nach einer Nacht im Hotel Ladja setzten wir unsere Reise mit dem Flugzeug nach Palangkaraya fort, um das Mawas Conservation Programm der Borneo Orangutan Survival (BOS) Foundation zu besichtigen, welches auch das Projekt unseres guten Freundes und Partners Roland Zeh ist. Unser Ziel ist es, dieses Projekt langfristig zu unterstützen. Genaue Beschreibung und Reports dazu findet man auf der Homepage. (Projekt Mawas).

Die Ankunft in Panagkaraya ließ uns wirklich schmunzeln. Das „Etwas“, was sich Flughafen nannte, war wirklich herrlich. Ein kleiner, sehr kleiner Flughafen und wir fragten uns wirklich, ob der Flieger überhaupt landen kann. Die Rollbahn war so kurz, das man es nun wirklich nicht als selbstverständlich hätte betrachten können. Ich hoffte eigentlich vor dieser Reise, dass der Flughafen inzwischen erneuert worden wäre, aber er scheint doch zu klein und zu unwichtig für die Regierung, obwohl Flugzeuge das wichtigste Transportmittel in diesen Provinzen sind. Straßen zu benutzen bedeutet, dass man für 100 Kilometer mind. 12 Stunden benötigt und das wollten wir auf keinen Fall. Das hatte ich schon in der Vergangenheit erlebt und da wäre uns wichtige Zeit verloren gegangen und angesichts des dichten Programms war fliegen die beste Alternative. Touristen ? Fehlanzeige, wir waren wieder einmal Raritäten und die ersten Selfies waren wieder präsent. Und egal, was es ist, es arbeiten immer 3-4 Leute an einer Sache. Einer alleine kann dort nichts machen. Aber das dürfte dort so üblich sein. Der Gepäckswagen ähnelte sehr einem größeren Puppenwagen und das Gepäcksband war genau 2 Meter lang. Aber über die Begrüßung habe ich mich sehr gefreut, denn ich fand es eine nette Geste. Da sollte sich wieder die Freundlichkeit der Indonesier bestätigen.

 


Mir fiel aber schon auf, dass sich Borneo leicht verändert hat, es wird zunehmend moderner und man hat das Gefühl, es gibt mehr, als die Jahre zuvor. Das Internet ist ausgereifter, die Shoppingcenter werden mehr und moderner. Vor Jahren waren sie von so etwas noch Lichtjahre entfernt.Aufschwung? Durch Palmöleinnahmen? Es wurde viel gemacht, aber für die Bevölkerung tut man herzlich wenig. Die Schere in den Provinzen ist weiterhin sehr groß, aber was mich immer wieder berührte, ist die Herzlichkeit und die Zufriedenheit der Menschen, mit der sie einem begegnen. Und viele Plantagen, schon zu sehen vom Flugzeug aus, unübersehbar.

 

 


30.03.2017

 

Wir wurden vom Fahrer des Mawas Office abgeholt und ins Hotel gebracht. Die Hotelfamilie hat uns wie überall nett empfangen und wir bezogen auch gleich mal unsere Zimmer und nach dem Duschen, erkundete ich gleich mal das Hotel. Hier ist einfach alles in einem. In den Hinterzimmern wird geschlafen, gekocht, gelebt. Im ersten Stock war der Frühstücksraum, offen und sauber.

Im unteren Bereich entdeckte ich sofort einen wunderschönen Vogel mit großem Schnabel, der am Fuß mit Schnur befestigt war. Er war zahm und wollte sofort gefüttert werden.Man merkte spätestens jetzt, dass man in Borneo ist. Ein wunderschöner Vogel, eingesperrt, ohne Licht, ohne Sonne.Meine spontane Idee den Vogel in der Nacht zu entführen und im Wald auszusetzen, die habe ich verworfen, da man mir später sagte, er sei schon als sehr kleines Jungtier zu der Hotelfamilie gekommen und ich dachte mir, er überlebt die gewonnene Freiheit mit Sicherheit nicht.


Die Hauskatze machte einen sehr guten Eindruck und war sehr anschmiegsam. Die Katzen in Indonesien haben einen kurzen Schwanz und sehen daher etwas gewöhnungsbedürftig aus. Sie hatte noch ein Junges und es war einfach nur niedlich. Allerdings überlebte nur ein Kätzchen. Eines wurde gefressen und die anderen sind gestorben. Die folgende Nacht hat die Katze unter meiner Decke geschlafen und verursachte dadurch am nächsten Morgen helle Aufregung, weil ja die Katze verschwunden war.Na ja, ihr war es egal. Hauptsache fein im Bettchen gelegen. Und ich vermute sie hatte Flöhe, denn ich war von oben bis unten zerbissen und es war definitiv kein Moskito.

 


Pünktlich um 08:00 Uhr wurden wir vom Fahrer abgeholt und ins Mawas Quartier gebracht. Dort tranken wir, wie immer, ziemlich süßen, heißen Tee, der hier mit Vorliebe gebraut wird. Mit dem Kaffeetrinken hat es sich meist gleich erledigt, da er türkisch gebraut wird, auch sehr süß ist und einfach grauenhaft schmeckt. Später kam Licen, der Rolands Projekt betreut und zusammen mit dem gesamten Stab verantwortlich für die Aufforstungen im Mawas Gebiet ist. Ein Gebiet von 309,861 Hektar. Dort soll nach und nach wieder ein natürliches Habitat für Orang-Utans entstehen. Licen haben wir sofort ins Herz geschlossen, ein sehr freundlicher und guter Mensch und richtig zum knuddeln. Mit kleinerem Gepäck und 7 Leuten von BOS starteten wir die ganztägige Reise. Ein paar Stunden mit 4x4 Drive, eher wieder beschwerliche Wege und vorbei an riesigen Palmölplantagen. Es schnürte einem wieder den Hals zu. Vorbei an Plantagen soweit das Auge reichte.

 


Rocco wollte ein Interview mit einem Arbeiter, aber sie waren sehr scheu und wir gaben das Vorhaben dann auf. Licen und seine Crew ließen es uns an nichts mangeln. wir machten zum Essen kurz halt und sie versorgten uns mit Früchten. Odom erzählte uns von den Entwicklungen der letzten Jahre.

Odom Kassier, der seit über 25 Jahre dabei, ist der Exgatte von Loone Dröscher Nilson, einer Dänin, ehemalige Stewardess, Zusammen mit Willie Smits und Loone ist Odom seit der Entstehungsgeschichte von BOS dabei, und wer, wenn nicht er, hat am meisten Ahnung von der ganzen Materie. Meine Frage was mit Loone ist, wurde auch geklärt. Loone baute ja auch fast 20 Jahre BOS mit auf, aber vor Jahren wurde sie krank, war mal da und dann wieder mal nicht. Sie ist zurück nach Europa und ich denke, laut Aussagen geht es ihr gut. Ab und zu kommt sie nach Borneo um für Filmaufnahmen bereit zu stehen. Sehr schade und sie hat mit ihrer Krankheit einen hohen Preis dafür bezahlt.

Auch die Frage, was mit Orang-Utan Pony geschehen ist, die sie vor Jahren aus einem illegalen Bordell gerettet hatte, ist uns beantwortet worden. Sie ist in Nyaru Menteng, aber ohne Hoffnung auf Wiederauswilderung, die Prognosen absolut schlecht. Nach einigen Stunden kamen wir dann in ein Dorf am Kapuas River. Ein Fluss, eigentlich ein Strom, auf der Insel. Er fließt durch die indonesische Provinz Westkalimantan. Mit einer Länge von 1143 km ist er der längste Fluss Borneos und der längste Fluss Indonesiens. Er entspringt im Müllergebirge im Zentrum von Borneo. Im Südosten der Insel mündet der Kapuas nahe der Stadt Pontianak in die Karimatastraße, welche den Javasee mit dem Südchinesischen Meer verbindet. Man sollte sich jedoch auch darüber im Klaren sein, dass der Fluss als Toilette, Waschmaschine und Dusche beziehungsweise Badewanne genutzt wird. Dort angekommen, erweckten wir wieder die volle Aufmerksamkeit der Bevölkerung und innerhalb von Minuten waren 20 Kinder am Fluss.

 

 

Wir mussten in ein kleines Lang Boot steigen und den Kapuas ca. 2 Stunden aufwärts fahren um ins Camp Release zu gelangen. Man unterscheidet hier zwischen Hausboot ( Klotok) und Klotok Transferboot.Am Kapuas spielt sich alles am Wasser ab, das gesamte Leben. Händler, Tanke, Holzbuden, alles ist dort zu finden. Entlang des Kapuas, wo die Zivilisation immer weniger wurde, kam wieder die Katastrophe zu Tage. Das Mawasgebiet, abgeholzt und brandgerodet, eine Mondlandschaft. Hier und da sah man noch Hütten mitten in der Einöde und man fragte sich, wie man da leben könnte. Es gibt weit und breit nichts. „Mawas“ bedeutet Orang-Utan in der Sprache der einheimischen Bewohner, der Dayak. Die Region ist die Heimat einer der letzten größeren Orang-Utan-Populationen von rund 3.000 Tieren sowie vieler anderer bedrohter Tier- und Pflanzenarten. Hier fand in den 90-ger Jahren die größte Entwaldung statt und Millionen von Hektar wurden gerodet und verbrannt. Eine Mondlandschaft entstand und die Folgen waren und sind verheerend. Nun wird nach und nach begonnen zu retten, was noch zu retten ist. Ein sehr schwieriges Unterfangen, da die Gebiete gekauft, gepachtet und geschützt werden müssen. Und vor allem viel Geld und Zeit in Anspruch nimmt.

 


Es sah aber noch besser aus, als 2008, als ich das erste Mal da war. Das Unkraut (Alang- Alang ) ist gewachsen und es sieht nicht mehr so kahl aus, die Kanäle, die sie damals geschaffen haben, sehr verwachsen. Was das aussehen und den Hintergrund allerdings nicht verschönerte. Aber Touristen, die keine Ahnung davon haben, würden sich freuen über das viele Grün, was aber nutzlos ist. Vorhandene Flächen werden auch meist noch zum Reisanbau verwendet, das zieht sich durch ganz Borneo durch.Am Abend im Camp Release angekommen und man hatte das Gefühl zu Hause zu sein. Ich persönlich liebe diesen Ort, seit ich ihn das erste Mal bereiste. Für mich hat diese Ruhe “Spirit“ und mich überfällt jedes Mal eine Ruhe, Zufriedenheit und Wärme.

 


Die Stimmung einfach nur berauschend. Die Ruhe, das Geräusch der Zikaden, der Geruch frittierter Bananen, gebratenem Reis und das Geschnatter der Leute, einfach genial. Eine Mischung, die einen richtig glücklich macht.Nach dem Essen, gab es eine komplette Vorführung per Videowall des gesamten Projektes und es war sehr beeindruckend, was in den letzten Jahren so alles vollbracht wurde. Ich denke das ist wichtig es festzuhalten und in die Welt zu tragen. Wir handeln nicht aus Eigennutz. Dieses Projekt ist von großer Wichtigkeit für künftige Generationen, der Film und die Fotos sollen wachrütteln, aber auch informieren, was mit Geldern geschieht, das die Menschen spenden. Und auch zum Denken anregen, wie eine Klimakatastrophe ins Rollen gebracht wird und was sie bisher angestellt hat. Um 22:00 Uhr entschloss ich mich dann doch in mein Haus zu verschwinden. Die Nacht war natürlich sehr heiß, begleitet von allen möglichen Geräuschen. (u.a. hat Freund Rocco lautstark geschnarcht…). Ich hatte ein Deja-Vu und erinnerte mich an 2008 an Matthias, der fast den ganzen Regenwald absägte und an schlafen die ganze Nacht nicht zu denken war, doch diesmal war ich gerüstet und steckte mir Ohrstöpsel rein. Frühmorgens um 06:00 Uhr wollte ich es nicht versäumen, um die aufgehende Sonne zu sehen und den Gibbons zu lauschen.Naja, den Sonnenaufgang verschlafen und Gibbons? Weit und breit keiner zu hören. Dafür habe ich einen wunderschönen Schmetterling gesehen und hab die Jungs beim Zähneputzen beobachtet. Sieht man auch nicht jeden Tag.

Recht früh wurde das Frühstück eingenommen, um so schnell wie möglich zum eigentlichen Projekt zu fahren. Vorbei an den kleinen engen Kanälen herrscht eine Ruhe, die schon fast gespenstisch ist.

Die letzten Meter mussten wir Barfuß zurücklegen und dann im Haus von Roland alles ablegen, bevor wir bis zu den Knien im Sumpf (es hatte viel geregnet) an den Plant- Block gehen konnte. Ich muss sagen, sehr abenteuerlich. Markus musste aufpassen, dass die Kamera nicht ins Wasser fällt und ich hatte Mühe mich aufrecht zu bewegen. Doch das alles war im Moment egal. Es war einfach nur schön zu sehen, was teilweise wieder aus der Mondlandschaft geworden ist. Es ist ein großer Aufwand, was hier betrieben wird und ich ziehe meinen Hut vor der Crew. Ein Block ist meist ein Kilometer, der in Schlangenlinien angepflanzt wird, mit verschiedenartigen Setzlingen. Der Wachstumsverlauf wird kontrolliert, es wird gemessen, vermessen und stets dokumentiert. Und erst dann wird ein neuer Block begonnen. Dies ist die Kurzform, ein sehr aufwendiges Verfahren, welches hier den Bericht sprengen würde.Dafür war auch viel Equipment (Pumpen, Hydranten, Schläuche, Strom Aggregate, Hütte) von Nöten. Eine genaue Beschreibung findet man auf der Homepage. Wir haben dann alle unsere Bäume gepflanzt und ich habe gebetet, dass sie zu hoffentlich zu großen wertvollen Bäumen wachsen werden.

 

Dann wurden noch wichtige Filmaufnahmen und Interviews gemacht. Und wir waren alle begeistert, wie toll doch dieses Projekt ist. Zurück im Camp mussten wir dann schon bald die Reise nach Camp Tuanan antreten. Wieder mit dem gleichen Boot ein paar Stunden den Kapuas rauf, haben wir dann das Schnellboot bestiegen, um ein wenig rascher voranzukommen.

 


01.04.2017


Am frühen Abend haben wir in dann in Tuanan angelegt. Ich war sehr erstaunt: Das ehemalige Haus des Lehrers der Elementary-Schule, war jetzt ein Verkaufsladen. Dann mussten wir eine halbe Stunde Richtung Regenwald gehen. Und ich war erneut überrascht, denn die Straße dorthin hat sich zu einem Regenwaldpfad entwickelt. Schön zu sehen, wie schnell alles gewachsen ist. Im Camp angekommen, war ich wieder zu Hause. Mitten im Regenwald. Es war einfach nur herrlich. Dieses Camp ist sehr international, sehr viele Volontäre, Veterinäre. Von Europa bis Amerika findet man jede Nation. Auch einige Studenten, die dort für einige Zeit im Camp forschen, kontrollieren. Es sind ja einige Orang-Utans in Tuanan, hauptsächlich wildlebende Exemplare.Anschließend habe ich mit Licen, Odom und Johnson eine notwendige Diskussionsrunde gehabt, um einfach alles zu wissen, musste ich hinterfragen. Ich habe aber meine Antworten bekommen. An diesem Abend sollte es früh zu Bett gehen, da um 3 Uhr aufstehen angesagt war. Denn erstmals in der Geschichte meiner Tätigkeit als Orang-Utan Schützer war es mir möglich einem wilden Orang-Utan zu folgen.Um 3 Uhr war dann Tagwache und ich war so aufgeregt, dass ich kein Auge in der Nacht zugetan hab. Die Frage, warum wir dem Tier folgten, ist leicht erklärt. Es werden täglich sämtliche Aktivitäten festgehalten, was ein Orang-Utan den ganzen Tag treibt und penibel genau alle 5 Minuten dokumentiert.

 

 

Der Weg in den dichten Regenwald war sehr beschwerlich und man hatte Mühe nicht irgendwo hinunterzufallen. Es war heiß, stickig und die kleinen Viecher waren lästig. Zudem war es stockfinster. Gleich beim ersten Graben gingen wir bis zum Oberschenkel unter und versanken im Sumpf. Wir haben ausgesehen, als hätten wir eine Schlammschlacht hinter uns gebracht. Doch dann wurden wir gleich mal belohnt, ein wunderschönes Männchen hatten die Jungs entdeckt und wir folgten ihm dann 5 Stunden. Erstaunlich, wie ein Orang-Utan seinen Tag verbringt, eigentlich nur mit Fressen, Schlafen, Ausscheiden. Er war uns immer einen Schritt voraus, aber wir haben ihn immer wieder gefunden. Nach 5 Stunden haben wir abgebrochen und sind verschwitzt zurück ins Camp, haben gefrühstückt und sind dann um 10:00 Uhr aufgebrochen, um die Rückreise mit Speed Boot und Auto anzutreten. Auf dem Weg fuhren wir auch noch in eines der Mawas Office. Dort werden auch die Setzlinge hochgezogen. Licen erklärte uns genau, wie und was gepflanzt wird.


Im großen Mawas Office, von wo aus alles koordiniert wird, ist alles sehr gut strukturiert. Viele Leute arbeiten an einem guten Projekt. Es wird eingeteilt, kartiert, dokumentiert und das alles mit NASA Satelliten Überwachung. Auch um zu wissen wo es regelmäßig brennt. 100 % der Feuer entstehen durch Menschen. Immerhin stehen jetzt 309,861 Hektar zur Verfügung, die nach und nach aufgeforstet werden sollen. Diese müssen aber auch gut kontrolliert werden.

 



02.04.2017

 

Nach einer weiteren Nacht stand die größte Auffangstation Nyaru Menteng auf dem Plan. Ich war schon mehrmals dort, aber weiter wie in das Informationscenter für Schüler und Touristen kamen wir nicht. Wieder großer Ärger bei mir und Rocco. Markus nahm es gelassen, aber es geht darum, nicht als Tourist oder Affenverrückter abgestempelt zu werden, sondern als Organisation, die Geld ins Land und Informationen nach Europa bringt. Deshalb der Ärger bei uns. Rocco hatte schon Kopfweh, denn wir brauchten auch gutes Material von Orang-Utans, aber auch hier das gleiche nervende Spiel „Filmverbot“. Wir mussten es erneut hinnehmen. Odom hatte aber schon eine Idee im Hinterkopf. Nyaru Menteng wurde uns vorgestellt, gut ich kenne das seit Jahren und brauchte diese Information nicht. Hinter Glas die großen Käfige, damit die Tiere die Besucher nicht sehen konnten.


Einige Orang-Utans waren drinnen. Das Center dient natürlich auch für Aufklärung, was deren Aktivität ist. Auch hier ist sie Situation sehr angespannt. Es gibt sehr viele Orang-Utans in der Station und es war und ist auch deshalb ein Problem, weil man aber auch nicht alle zusammen in einen Käfig sperren kann. Nach der Quarantäne ist es wichtig, zu sozialisieren, wobei es mit jungen Orang-Utans noch leichter ist, wenngleich sie alles lernen müssen. Ältere Tiere haben natürlich schon Eigenwillen entwickelt und man muss mit viel Geduld, jeden einzelnen zusammenführen, damit sie miteinander auskommen. Vorher muss auch noch ihr Gesundheitszustand klar sein, denn man kann Hepatitis kranke Affen nicht zusammen mit anderen halten. Geburten gibt es kaum in den Stationen, die meisten werden als Baby konfisziert. Einzelgänger können schon gut sozialisiert werden, sind aber sehr wählerisch und schwierig. Sehr viel Aufwand ist von Nöten was viel Zeit und Geld kostet, aber auch viel Platz benötigt. Man führte uns einen Imagefilm vor, denn ich schon kannte, aber für die Jungs sicher interessant war. Alle Filme von BOS werden von bpi-pt.com Borneo Produktion International produziert. Björn Vaughn und Pierce Vaughn commissioned by Save the Orang (STO).


Nach wie vor die gleichen Probleme:

Vernichtung Regenwald und damit zwangsläufig verbunden, dass der Lebensraum schwindet. Und natürlich die illegale Haltung der Tiere durch Menschen. Die Polizei zwar sehr präsent, was Konfiszierungen betrifft und müssen immer dabei sein, aber das kuriose daran ist, dass sie sich alles zahlen lassen. Essen, Überstunden Benzin usw. Eigentlich eine Frechheit und nicht weiter zu dokumentieren.

Das Umdenken der Menschen muss dringend und schnell gefördert werden, umso wichtiger ist es bei den Kindern schon mit Aufklärung zu beginnen. Hier machen alle Beteiligten viel Infotage. Dazu dient dann das Center. Sie gehen in den Regenwald und werden kindgerecht aufgeklärt zu der Thematik.

Das hat man mittlerweile auf die ganzen Provinzen/ Projekte ausgedehnt, aber auch in den Schulen wird zu diesem Thema schon einiges getan. Danach ging es nach Kaya Island, ein eher kleines, semiwildes Gebiet, wo ca. 400 Orang-Utans sind. Dieses Gebiet ist geschützt und vorbei am Sicherheitsposten darf man dann durchs Gebiet mit einem Boot. Da es nicht sehr ertragreich ist, müssen die Tiere gefüttert werden, dies geschieht an einer Plattform. Wir waren nach der Fütterungszeit, deswegen sahen wir eigentlich auch nur 2 Orang-Utans.

 

Zurück im Hotel musste ein "Schlachtplan" gemacht werden, da uns wichtige Aufnahmen fehlten, somit haben wir beschlossen, die Gruppe nach Balikpapan zu trennen. Rocco fliegt für ein paar Tage nach Tanjung Puting.

Tanjung Puting ist ein Naturwunder. Der Nationalpark liegt auf einer Halbinsel an der Südküste von Borneo und bildet den weltweit drittgrößten tropischen Regenwald. Dieser Teil von Borneo liegt in der indonesischen Provinz Zentral Kalimantan. Der Nationalpark ist 300.040 Hektar groß und gilt als ein Reservat von Weltklasse. Der Park ist ein Natur-und Wildreservat mit Tiefland und Sumpfwäldern, die von Orang-Utans und andere Primaten bewohnt werden. Bereits in den 1930er Jahren durch die niederländische Kolonialregierung für den Schutz der Orang-Utans und Nasenaffen gegründet, und wurde im Jahr 1977 zum UNESCO-Biosphärenreservat und im Jahr 1982 zum Nationalpark. Somit konnte auch sichergesellt werden, das wir zu guten Material kommen.

Odom und Licen haben wirklich gute Hilfe geleistet und alles für Rocco organisiert. Odoms Bruder arbeitet dort und dadurch ist es auch leichter gewesen. Rocco brachte sehr gutes Material mit und damit kann man arbeiten. Und er war glücklich, endlich einen real gesehen zu haben.

 

 


03.04.2017


Am Abend sind wir dann in am Internationalen Flughafen in Balikpapan gelandet. Und ich war sehr erstaunt, denn der Flughafen komplett neu erbaut, wunderschön und sehr organisiert. Die Leute, die davor dort mal gelandet sind, wissen was ich meine, denn es war ein Katastrophe, was sich davor als Flughafen bezeichnete.

Balikpapan liegt auf dem indonesischen Teil der Insel. Sie ist mit rund 434.000 Einwohnern die größte Stadt der Provinz Kalimantan Timur (Ostborneo).Balikpapan liegt an der Ostküste der Insel, an der Straße von Makassar, rund 150 km südlich der Provinzhauptstadt Samarinda. Wichtigster Wirtschaftszweig ist die Erdölförderung, die Verarbeitung in mehreren Raffinerien, sowie dessen Ausfuhr durch einen großen Erdölhafen. Daneben spielen auch der Bergbau und die Holzindustrie (Ausfuhr von Tropenhölzern aus dem Regenwald Borneos) eine Rolle. Bis zur Entdeckung der ersten Erdölquelle im Jahr 1897 war in dem Gebiet der heutigen Stadt nur ein kleines Dorf. Danach begann ein rasantes Wachstum.

Diese Stadt hat sich in den letzten Jahren sehr entwickelt. Im Gegensatz zu meinen allersten Besuch 2003 ist vieles modernisiert worden. Es gibt tolle große Hotels und viele Geschäftszweige. Fährt man allerdings etwas weiter hinaus, merkt man gleich wieder die Kluft zwischen Arm und Reich.Unsere Aufgabe hier war es nach Samboja Lestari zu gehen. Nach einem Kontakt mit Wien, wurde mir auch gesagt, dass die Organisation 4 Pfoten nicht mehr vor Ort ist. Yshak und Willie haben auf Email nicht geantwortet, somit musste der Kontakt irgendwie auf andere Art hergestellt werden. Und unser männlicher Engel Licen hatte auch hier auch eine Lösung und stellte den Kontakt zu Lisa her. Ich kann mich sehr gut an 2003 erinnern, als wir der Vision von Dr. Willie Smits lauschten. Wir saßen in einer Holzhütte in der Nähe des heutigen Löschteichs und er erklärte uns, was er daraus machen will. Und 2008 traute ich meinen Augen nicht, was daraus geworden ist.Samboja Lestari („ewiges Samboja“) ist ein Aufforstungsprojekt der Borneo Orangutan Survival Foundation (BOS) in der Nähe von Balikpapan in Ostkalimantan.

 


Dort konnte seit 2001 ein Gebiet von inzwischen über 1.800 Hektar erworben werden, welches früher von Regenwald bedeckt war. Von diesem war nach intensiver Rodung in den letzten Jahren nur Grasland übrig geblieben.BOS hat dieses Gebiet zwischen 2001 und 2011 mit verschiedenen Baumarten weitgehend aufgeforstet.Die Bevölkerung rund um das Gebiet ist nach Möglichkeit in das Projekt eingebunden. So wird rund um das zukünftige Regenwaldgebiet ein Gürtel aus Zuckerpalmen gepflanzt.

 


Dieser soll zum einen als Schutzbarriere vor Feuer dienen und zum anderen als Einkommensquelle für über 650 Familien. Außerdem konnten einheimische Bauern in der Anpflanzungsphase Früchte zwischen den wachsenden Bäumen anbauen. So wurden zum einen die jungen Bäume vor Überwucherung durch das schnell wachsende Alang-Alang-Gras und der Boden vor Abtragung durch Wind und Regen geschützt. Die BOS Foundation selbst ist ein Abnehmer der in Samboja Lestari geernteten Früchte. Allein für die dortige Orang-Utan-Rehabilitationsstation werden pro Tag ca. 1000 kg Früchte als Futter benötigt. Samboja Lestari erfährt die Unterstützung der dort ansässigen Menschen vor allem durch Arbeitsplätze, das Feuerschutzprogramm und die Sicherung von Trinkwasserressourcen. Das Aufforstungsgebiet wird auf verschiedene Art und Weise vor illegalem Holzeinschlag und Brandrodung geschützt. Zum einen wird zwischen dem Zuckerpalmring und dem eigentlichen Regenwaldgebiet ein Gürtel aus stacheligen Salakpalmen gepflanzt. Dieser erschwert es möglichen Holzdieben, überhaupt erst in das Gebiet vorzudringen.

 


Außerdem wird Samboja Lestari regelmäßig aus der Luft mit Ultraleichtflugzeugen und von Satelliten überwacht. So ist möglicher Holzeinschlag schnell zu erkennen. Durch die Luft- und Satellitenbilder können sich darüber hinaus „Quadratmeterinhaber“ einen Eindruck verschaffen, wie es mit der Aufforstung auf „ihren“ Quadratmetern vorangegangen ist. Ich habe beschlossen nicht mit nach Samboja zu gehen um einiges zu erledigen.

 


Ich habe mich stattdessen entschlossen nach Wanariset zu fahren, 38 Kilometer von Balikpapan entfernt. Denn ich konnte nicht glauben, dass dort keine Orang-Utans mehr waren. 2013 habe ich die Katastrophe gefilmt. Es sah aus nach einem Weltkrieg, alles zerstört. Ein paar Käfige mit alten ausgewachsenen Orang-Utans, die dort vegetierten und ich mich fragte, warum sie sie nicht erlöst haben, anstatt sie so zu halten. Was und warum es so aussah, entzog sich meiner Kenntnis. Auf meine Nachfragen wurde nicht reagiert und die Antworten genügten mir nicht, welche ich bekommen habe. Ich wollte mich selbst überzeugen, denn ich hätte einen Sponsor, der mir es ermöglichen würde, die Station wieder aufzubauen bzw. zu retten oder wiederzubeleben.

Wanariset (1991) war der Anfang mit Willie Smits, der sein erstes Baby (UCE) gerettet hatte und mit Hilfe von Schulkindern, die gesammelt haben, die Station aufbauen konnte. Dort angekommen war man sehr hilfsbereit und man erzählte mir, dass im August 2015 alle Orang-Utans und jene, die in Wanariset untergebracht waren, nun in Samboja Lestari sind. Dank der von Spendern bereitgestellten Mittel. Es bestätigte auch das, was mir Odom erzählt hatte. Dennoch: Vertrauen gut, Kontrolle besser. Jeder der mich kennt weiß, dass ich alles sehen muss, um mich zu überzeugen oder zu beruhigen. Jetzt war ich beruhigt und konnte mit guten Gewissen zurück fahren.Die Jungs haben beschlossen 2 Nächte im Lodge zu verbringen. Geplant war die Hepatitis Insel, Babystation, Malaien-Bären und Canoby Bridge.

Das Wetter war aber sehr schlecht und sie kamen nach einer Nacht bereits zurück, gingen dann aber in ein anderes Hotel, da in unserem Hotel die Zimmer nicht das Beste waren. Rocco hatte eine schwere Ohrenentzündung und musste ins Krankenhaus Siloham. Dort wurde er behandelt und es ging ihm nach ein paar Stunden wieder besser.Ich traf im Bakery Cafe einen Mann namens Ken Kerry. Anfänglich vorsichtig, brachte er sich ins Gespräch und ich erzählte ihm was wir da tun. Er hatte geschäftlich in Balikpapan zu tun, ein Banker, der aber nicht genau sagte, was er tat, aber sehr, sehr interessiert war. Es waren mind. 3 Stunden, die ich ihn mit Informationen versorgt habe und er war sehr interessiert. Einer Einladung zum Essen bin ich dann nicht mehr gefolgt, das war mir dann doch zu gefährlich, bzw. unangenehm. Wir tauschten Adressen aus und ich bin gespannt, ob da etwas nachkommt, denn er kennt eine Produktionsfirma in den USA, die immer auf der Suche nach solchen Leuten wie wir sind. Also mal sehen. Mit dem Manager des Hotels, wo die Jungs wohnten, sind wir dann abends in die Stadt an den Strand gefahren, um guten Fisch zu essen. Hier hat sich wirklich einiges getan. Tolle Restaurants reihten sich aneinander, zudem durften wir einen wunderschönen Sonnenuntergang erleben. Diese Stadt hatte in den letzten Jahren wirklich Aufschwung, sehr modern, viele Geschäfte und eine Menge Menschen. Die Jugend sehr locker und die Menschen überhaupt sehr freundlich. Als Europäer bist du eine Rarität und deswegen kam es oft vor, dass die Jungen vor allem Selfies mit uns haben wollten.

 


05. - 06.04.2017


Am nächsten Morgen wurden wir dann von BOS Fahrer abgeholt um noch einiges anzusehen und zu dokumentieren. Das Wetter war noch immer nicht gut und Canoby wurde fallen gelassen und das zwischenzeitliche Hoch nutzen wir für ein Interview mit der Tierärztin und für Aufnahmen von 3 kleinen Orang-Utans aus sicherer Entfernung. Zurück im Hotel war die nächste Mission die größten Märkte von Balikpapan zu besichtigen. Natürlich mit Hintergedanken, da ich ja im Vorfeld schon wusste, wo auf diesen Märkten auch Tiere zu finden sind. Am ersten Markt wurden wir nicht fündig und dem Fahrer haben wir dann erklärt was wir sehen wollen. Am großen Markt angekommen, war schon der erste Marktstand voll von verschiedenen Vogelarten. Ziemlich geschäftig, vom Schuster bis zum Friseur, alles zu finden. Die Früchte rochen genial und waren wirklich reif. Dann kamen schon einige Stände, die uns den Hals enger schnürten. Wirklich schöne Tiere, Schlangen, Katzen, Echsen. Eingesperrt und völlig apathisch, einfach nur schrecklich. Ein paar unauffällige Aufnahmen mussten wir machen, um nicht zu großes Aufsehen zu erregen. Das Wort „Orang-Utan“ in den Mund zu nehmen habe ich bei Strafe verboten. Denn wir wissen aus Vergangenheit: Fragt man danach, kann man in ein paar Stunden einen für viel Geld kaufen und ein Junges hat wieder seine Mutter verloren. Abgesehen davon, dass wir erhebliche Probleme bekommen hätten, davor habe ich im Vorfeld schon gewarnt.

 


Mit Markus machte ich mich auf zur letzten Station nach Sulawesi. Hier wollten wir die Tasioki Auffangstation besuchen und im Anschluss die Masarang Zuckerfabrik.Dann wollten wir hier unser Projekt beenden, da wir noch ein paar Tage nach den Strapazen entspannen wollten. Markus zum Tauchen und ich wollte einfach nur ein Tourist sein.Im Vorfeld habe ich schon am Hafen das Hotel Celebes und Antony Dharma als Fahrer bestellt, der in Manado eine Fahrerlegende ist, denn es kennt ihn jeder und er transportiert meist auch einige Leute von den Projekten. Manado (auch Menado) - eine Stadt mit allen Facetten. Hauptstadt der  nordindonesischen Provinz Sulawesi Utara (Nordsulawesi) auf der Insel Sulawesi. Manado liegt in der Bucht von Manado und ist von Bergland umgeben und hat eine Fläche von 157,26 km².

Die Hauptattraktion sind die Tauchgebiete der vorgelagerten Insel  Bunaken mit ihrem Unterwassernationalpark. Die Stadt selbst ist heute durch Einkaufszentren geprägt und bietet ein gesichtsloses Erscheinungsbild. Sehenswert ist das Provinzmuseum Museum Negeri Propinsi Sulawesi Utara mit traditionellen Trachten und Haushaltsgegenständen.

Der Leitspruch sollte heißen: MANADO - zwischen Schuhmachern, Marktschreiern und schwulen Friseuren.
Kommt man in Manado an, wird man zunächst von Hunderten blauen Microlets (Minibusse), miefenden Warungs, riesigen Löchern im Gehsteig und einer dampfender Hitze überrollt.

 


Wenn man sich erst mal damit angefreundet hat, dann hat Manado einiges zu bieten: Quirlige Märkte, klimatisierte Malls, leckere Spezialitäten, verrückte Charaktere und ein lebendiges Leben rund um den Hafen. Am Hafen konnte man auch in der späten Nacht glauben, diese Stadt schläft nie. So geschäftig ging es bis Mitternacht zu. Abends ging ich mit Markus am Hafen essen und es war sehr lustig, wie man sich mit Gesten verständigen kann, denn mit Englisch war es oft etwas schwierig, aber wir haben gut gegessen. Am Morgen packte mich wieder mal die grenzenlose Neugier. Neben dem Hotel waren bunte Schildchen mit Plastikblumen, wo was drauf stand, Getränke, viele Sessel und eine offene Halle. Dann Mal hineinspaziert dachte sich Marika und ich stand plötzlich vor etwas, was ich nicht wirklich einordnen konnte. Noch näher, wusste ich dann schließlich wo ich gelandet bin und hab mich dann doch ziemlich erschreckt. Aufgebahrt in einen weißen Tüll und schwarzen Anzug eine Leiche. Es hat etwas streng gerochen, dann war mir klar, woher der Geruch kam, den ich anfänglich nicht zuordnen konnte, auch klar, warum dann die Leute in der Nähe ein Taschentuch vor der Nase hatten und sich irgendein Öl auf die Nase träufelten. Bei den Temperaturen kein Wunder. Am nächsten Tag brachte dann der Schreiner bereits den Sarg und der wurde verschlossen. Am Abend wollten wir mal das Nachtleben festhalten und gingen munter drauf los. Es wurde nicht langweilig und man hatte das Gefühl, diese Stadt schläft nie.

Gut gegessen, schlenderten wir zurück, denn am Morgen sollten wir um 09:00 Uhr abgeholt werden, da wir 2 Tage Tasioki - und Masarang geplant haben.Ich war noch nie in Sulawesi, wollte aber auch einmal ein bekanntes Projekt wie Masarang und Tasikoki sehen, um zu schauen, on man hier eventuell helfen kann. Eigentlich fühlte ich mich am Morgen nicht besonders, da ich in der Nacht schon etwas Temperatur hatte, weil ich ziemlich verkühlt war.

Am frühen Vormittag erreichten wir die Wildtierstation Tasikoki wo uns Simon Purser erwartete. Bitung, Nord-Sulawesi. Ein 55 Hektar großes Gebiet mit einem ca. 1 Kilometer langen (vulkanschwarzen) Sandstrand und 18 Hektar Mangrovenwald. Wunderschön und hier, wüsste man es nicht wieviel Arbeit es ist, wäre der perfekte Ort zu relaxen. 2004 gebaut von Dr. Willie Smits um den illegalen Tierhandel auch hier zu bekämpfen.

 

Und wird jetzt mit großem Fachwissen von Simon Purser geführt. Er erzählte uns einige Fakten und wir waren sehr beeindruckt, aber auch schockiert, vor allem was Geld betrifft, da die meisten Einnahmen nur mit Volontären erbracht werden können und es kaum Spenden gibt. Es werden täglich mind. 2,5 Millionen Rupiah benötigt, um alles zu versorgen, was an Tieren da ist. Zudem kommen noch Kosten für das gesamte Areal. Sie kümmern sich zurzeit um mehr als 300 Tiere, zusammengesetzt aus mehr als 40 verschiedenen Arten, darunter Sulawesi Makaken, Orang-Utans, Gibbons, Krokodile, Babirusa, Malaienbären und viele Arten von Vögeln und anderen Tieren.


Über Nord-Sulawesi verläuft eine bekannte Route, auf der Wildtiere von Indonesien über die Philippinen auf den Weltmarkt geschmuggelt werden. Gefährdete Tiere leiden sehr durch diese Schmuggelroute, vor allem Vögel, Reptilien, Leoparden etc. Die meisten Tiere kommen nicht aus Sulawesi, weswegen eine Auswilderung schwer möglich ist. Borneo hat keine Gebiete, in Java ist es etwas leichter. Und die lokale Bevölkerung isst fast alles, so auch Tiere.

 

Noch ein Problem zusätzlich. Es braucht daher auch mehr Pufferzone zwischen Wald und Landwirtschaft. Tasikoki liegt an einen strategisch wichtigen Punkt, um den Behörden dabei zu helfen, diese Verbrechen aufzuhalten. Andere Schmuggelwege führen von Papua über Sulawesi nach Java. Vogelmärkte im Inland werden schlecht gehalten, die Tiere sterben und neue werden einfach nachgeschickt. Ein ewig schlimmer, verheerender Kreislauf.Der Hafen von Bitung soll für mehr Handel aus China ausgebaut werden. Was dann auch bedeutet, dass es noch mehr Wildtierhandel geben wird. Sogar eine Mautstraße wird errichtet.


Noch ein großes Problem, das nicht nur wir hier in Europa haben, ist, das Naturschutzorganisationen (auch bei den Orang-Utan-Organisationen) gegeneinander arbeiten, weil der Konkurrenzgedanke untereinander scheinbar riesengroß ist. Es wäre hilfreicher, wenn alle zusammenarbeiten würden, da alle das gleiche Ziel haben. Bei den Makaken z. B. funktioniert das wesentlich besser.Zudem gibt es in Tasikoki auch noch eine Affenart die giftige Zähne hat, denen werden die Zähne rausgeschnitten und natürlich kann man die auch nicht mehr auswildern. Krokodile können auch nicht ausgewildert werden, da die Regierung Angst vor Konflikten hat. Die Station hat ein Team von Angestellten, aber kaum zu halten, da sehr wenig Geld vorhanden ist. Und es ist mit weniger kaum zu bewältigen. Simon arbeitet selbst oft bis spät in die Nacht und die Verzweiflung steht ihm ins Gesicht geschrieben. Willie weiß um die Situation und bemüht sich sehr um weiterhin Geld zu bekommen, aber er ist mit 60 Jahren auch schon sehr müde vom Kämpfen.

 


Für die einheimische Bevölkerung und für Interessierte werden Bildungsprogramme angeboten, um deren Aufmerksamkeit der bedrohten Wildtiere und der wertvollen Biodiversität Indonesiens zu lenken.Im März 2017 hat National Geographic einen Bericht über Indonesien, Makaken und Tasikoki gebracht. Es wird informiert, aber zu wenig und von Seitens der Regierung darf man sich keine Hilfe erwarten, die halten die Hand nur auf. Naturschutz ist hier ganz weit unten, da es keinen Ertrag bringt und nur Kosten verursacht. Heute lieber alle Stationen schließen als Morgen, das ist Fakt und die einzige Wahrheit.

 

Vergleich:

Sojabohnen in Brasilien- Palmölplantagen in Indonesien- was macht den Unterschied? Nichts. Endemische Völker werden ausgebeutet und verlieren ihre Lebensgrundlage. Waldverkauf in Indonesien hat einen höheren Stellenwert als Naturschutz. Sulawesi hat größtes Vorkommen an Muskatnuss Gewürznelken und Kokosnuss, aber da lässt sich wahrscheinlich zu wenig Geld daraus erzielen.
Zu guter Letzt kam noch ein Keulenschlag nach, indem uns Simon erzählte dass es in Jakarta eine Gegenpropaganda von Regierung und unbekannten Professoren gab, wie gut die Ölpalme für die Umwelt sei. Ich denke dabei spielt Geld eine riesengroße Rolle und es bedarf keines weiteren Kommentars.

Nach diesen langen, intensiven Informationen führte uns Simon durch das gesamte Areal. Diese viele Arbeit, kaum zu bewältigen, da derzeit auch nur 3 von 12 Volontären da waren. 3 deutsche junge Leute. Selbst das ist der Regierung ein Dorn im Auge und sie deportierte in der Vergangenheit sämtliche Volontäre. die eigentlich wichtig wären, um das Projekt aufrechtzuerhalten.Von der Lodge aus, das mehrere, geräumige Zimmer, großen Aufenthaltsraum hat, hatte man wunderschönen Blick ans Meer und in den Wald. Ein wunderbares Gebiet, richtig zum Entspannen, Forschen und Arbeiten. Wir haben beschlossen, die nächste Reise gleich mit Sulawesi zu beginnen, da es mit Sicherheit eine Reise wert ist und auch in der Gegend einiges zu bieten hat. Und für eine wunderbare Unterkunft ist gesorgt und sollte jemand Langeweile bekommen, ist er herzlich eingeladen, unentgeltlich mitzuhelfen.

Isi und Bento , die 2 Orang-Utan haben wir auch besucht. Bento war nicht wirklich begeistert, uns zu sehen, denn er mag keine Fremden. Isi hat großen Respekt, war aber nicht abgeneigt. Wir sahen eine Menge Tiere und auch die vorhandene Klinik. Sehr gepflegt und strukturiert. Es bedarf aber in jeden Fall mehr Hilfe, da dies mit schmalem Personal kaum zu bewältigen ist.

 


Mein Kopf war danach voll und ich konnte gar nicht alles aufnehmen, weil ich zum Einem sehr viel Infos bekam und zum anderem sehr traurig über die Entwicklungen war.Nach dem Abendessen holte uns dann Antony ab und brachte uns nach Manado zurück, wo ich erst mal in der Lobby ein Bier trinken musste. Danach verabschiedete ich mich von Markus, der seinen wohlverdienten Urlaub vor sich hatte.Ich hatte die Masarang Zuckerfabrik noch vor, doch ich wachte ich mit Kopfweh und Husten auf und ich vermutete Malaria. Ging deshalb sofort ins Krankenhaus und bekam aber Entwarnung. Ein Infekt, bedingt auch durch die Klimaanlagen, die ständig im Zimmer oder Auto war. Und deshalb musste ich Masarang dann absagen. Ich blieb dann ziemlich fertig den ganzen Tag im Bett und am frühen Nachmittag war ich dann in sämtlichen Einkaufscentern um mir die Zeit zu vertreiben, aber auch am Strand, um wenigstens nochmal in mich zu gehen. Und 2 Stunden auf der Suche nach guten Kaffee, aber ich wurde fündig, sogar guten Kuchen gab es dazu.


11.04. - 12.04.2017


Am frühen Nachmittag hat mich Antony zum Flughafen gebracht. Und pünktlich um 18:30 Uhr landete ich erneut in Jakarta, wo ich schon vom Hotel FM 7 erwartet wurde. Nach dem Einzug in mein Zimmer begann ich schon gleich mit meinem Wellnessprogramm. Der nächste Tag sollte ganz im Zeichen von Ausspannen stehen und ich genoss die letzten Stunden im Hotel. Um 21:00 Uhr trat ich vorletzten Flug an.


Schlussworte


Überhaupt ist eines der Dinge, die Borneo immer wieder so lohnenswert machen, sind die Menschen in den Projekten und die Bevölkerung, ganz egal, in welcher Provinz und in welchem religiösen Einflussbereich man sich gerade befindet. Denn die Leute sind einfach freundlich, respektvoll, hilfsbereit und kontaktfreudig! Noch zu erwähnen: Oft, sehr oft muss man sich mit Einheimischen fotografieren lassen. Ein Bild eines Westlers in ihrem Fotoalbum ist offenbar unbezahlbar. Man sollte den Spaß einfach mitmachen. Und dem Fotografen einfach die eigene Kamera gleich mit in die Hand drücken!

Ich bedanke mich bei den Projektmitarbeitern in allen Provinzen für die tolle Organisation, Verpflegung und das große Entgegenkommen, aber auch für die kulinarischen Genüsse, die wir erleben durften.Vielen Dank an meine Zürich Crew- ich denke wir werden am Ende des Tages alle zufrieden sein. Wir haben fast alle Punkte abgearbeitet und hoffen jetzt daraus auch mit freundlicher Genehmigung der Regierung und allen Beteiligten auch einen tollen Film vorweisen zu können. Ich für meinen Teil kann nur sagen, dass ich zu Recht auf mich stolz bin, diese 3- wöchige Herausforderung mit allen Widerständen gut gemeistert zu haben. Eine faszinierende und unglaubliche Erfahrung, so in dieser Art und Weise eine Reise nach Borneo zu machen, mit dem Ziel , ihr hört da draußen noch von `UNS` „ Wir lassen euch nicht im Stich“

Ich werde wiederkommen!
Marika Krenosz


 

Dear friends

The last few days have come and we are looking back to a positive time. The people we met, have been of great helpfulness, kindness and respect. No matter what province we visited, we always will have positive memories . Have also found new friends for our projects, outside of my circle of influence.

We had a lot of difficulties to cope with, which we did not anticipate in advance. I think we are coming back to Europe with good material, where our work really starts and we have to deal with the Indonesian authorities, because of different permits and requirements. The official path is inevitable and will cost a lot of nerves, time and money, but here, too, we are positive.
I and / or we go back to Europe with the aim to ensure great projects with the help of of the natives. At this point, I would like to thank Markus and Rocco. We did not have it easy, but I think, in the end, we could say we achieved a lot.

Thanks to all who gave us the insight - informations... for your kindness and helpfulness.
You all did a great job and deserve 100 % help

  • SOC- Sintang Orangutan Center
  • BOS-Mawas - Tuanan- Nyaru-Menteng- Samboja Lestari
  • TASIKOKI - SULAWESI


2016

  • Malaysia- Weiterflug nach Kuching
  • Transfer ins Harbour View Hotel
  • Regenwald zu den Iban, Pfefferplantage und Besuch des Marktes in Serian
  • Bako Nationalpark
  • Kinabalu Nationalpark
  • Weiterflug Sandakan
  • Treffen mit Schweden und Portugal im Sepilok Orang Utan Rehabilitation Center
  • 3 Tage Kalimantan-hier - Spendenübergabe
  • Rückflug

Personenanzahl: max. 8



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