Start Palmöl

Mitglied werden!

Packen Sie mit an!
Banner

Palmöl/Abholzung

Information-Palmöl

Die Ölpalme (Elaeis guineensis) stammt ursprünglich aus Westafrika.Sie hat als eine der produktivsten Früchte inzwischen große Teile der Tropen erobert.Um den weltweit steigenden Bedarf nach pflanzlichem Öl zu decken, werden in den tropischen Ländern Mega-Plantagen errichtet, Wälder gerodet und Menschenrechte missachtet.In den Ländern Indonesien und Malaysia werden inzwischen 90% des auf dem Weltmarkt gehandelten Palmöls produziert. Hier sind die Auswirkungen der steigenden Nachfrage besonders drastisch zu spüren.Über 90 Prozent des Palmöls wird für die Herstellung von Lebensmitteln, Kosmetika und Waschmitteln benutzt. In jedem Produkt, das pflanzliches Öl enthält, kann rein theoretisch Palmöl verwendet worden sein.

 

 

Der globale Siegeszug der Ölpalme ist verheerend

 

Ohne es zu wissen konsumieren wir fast täglich Produkte, die Palmöl enthalten. Man findet das günstige Pflanzenöl in Schokolade, Tiefkühlpizza, Margarine, aber auch in Kosmetikartikeln, wie Rasierschaum oder Lippenstift.WWF schreibt, das Palmöl befände sich mittlerweile in jedem zweiten Supermarktprodukt. Der Verbrauch hat sich innerhalb weniger Jahre mehr als verdoppelt.Grund dafür ist auch die steigende Nachfrage nach Agrotreibstoffen. Jedes Jahr werden 50 Millionen Tonnen Palmöl produziert.

 

Agrarenergie / Biodiesel

Biokraftstoff: Als Biokraftstoff oder Biotreibstoff werden Kraftstoffe für Verbrennungsmotoren oder Heizungen bezeichnet, die aus Biomasse hergestellt werden. Dazu gehören beispielsweise Biodiesel, Bioethanol oder Biogas.

Biodiesel: Ein pflanzlicher Kraftstoff, der aus Rapsöl, Palmöl, Sojaöl oder Jatrophaöl hergestellt wird. Kritiker meiden den Begriff „Bio"-Sprit oder „Bio"-Energie mit der Begründung, dass das Wort nur eine Verschönigung ist. Sie bevorzugen daher den Begriff Agrarsprit.

Nichts anderes als Kahlschlagenergie, Klimaschwindel und bedeuten Hunger für Millionen Menschen.

Indirekte Landnutzungsänderung (ILUC): beschreibt den Effekt, dass für den Anbau von Energiepflanzen Flächen in Beschlag genommen werden, die bis dahin der Erzeugung von Nahrungs- und Futtermitteln dienten.


RED: Die Erneuerbare-Energien-Richtlinie der Europäischen Union (Renewable Energy Directive – RED, 2009/28/EG) sieht vor, dass bis 2020 mindestens 10 Prozent des Kraftstoffbedarfs im Verkehrsbereich aus so genannten erneuerbaren Energien stammen müssen.

Wie die Agrarenergie den Regenwald zerstört:

Landenteignungen, abgeholzte Regenwälder und steigende Lebensmittelpreis…

Die Produktion von Bioethanol und Biodiesel, das in Zukunft Autos antreiben soll, hat viele dunkle Seiten. Weil bei uns die Produktionskosten höher und Ackerflächen knapp sind, werden massenhaft Palm- und Sojaöl sowie "Bioethanol" aus Übersee importiert und dem Kraftstoff beigemischt.

Für diese Treibstoffe werden ursprüngliche Ökosysteme zerstört, um Platz für Palm-, Soja- und Zuckerrohrplantagen zu schaffen. Das Abholzen der Regenwälder treibt die globale Erwärmung voran, da dadurch große Mengen an CO 2 in die Atmosphäre entweichen

Hinzu kommt, dass sie zum wachsenden Welthunger beitragen, da Felder nicht mehr für Lebensmittel bestellt werden.

 

Unternehmen, die Palmöl verwenden in ihren Produkten

Firmenvernetzungen, ihre Produktmarken, welche Palmöl benutzen:


 


 

Deklaration von Palmöl bei Reinigungsmitteln und bei Kosmetika:

Herauszufinden, ob Produkte Palmöl enthalten, ist nicht einfach, denn viele Hersteller benutzen in ihren Produktinformationen nicht das Wort „Palmöl", sondern Bezeichnungen wie z. B. „Sodium Lauryl Sulfoacetate", „Cetyl Palmitate" oder einfach nur „Pflanzenöl" oder „pflanzliches Öl“.Unter „palmölhaltige Inhaltsstoffe“ sind alle Inhaltsstoffe zu verstehen, die direkt oder indirekt aus Palmöl hergestellt werden können.

 

RSPO - Runder Tisch für Palmöl

Wichtig!!!! Kein Öko-Label, sondern eine Mindestanforderung !!


Einige Organisationen sagen, auch bei der Produktion von Palmöl kommt es auf das „wie“ an. Die Herstellung muss nach Kriterien ökologischer, ökonomischer und sozialer Nachhaltigkeit geschehen. Dafür müssen Produzenten und auch Abnehmer in der ganzen Welt Verantwortung übernehmen. Einen Anfang macht der Runde Tisch für Palmöl (RSPO) mit einem Mindeststandard für den Anbau von Palmöl.

Andere kritisieren den Runden Tisch und halten diese Mindeststandards für viel zu schwach. Sie fordern den kompletten Verzicht auf Zusatzstoffe, wie Palmfett oder Palmöl, inLebensmitteln und Kosmetika. Firmenlisten helfen zu sehen, welche Unternehmen sich dem Thema stellen und schon gehandelt haben. Weil die wachsende Nutzung von Palmöl zur Rodung tropischer Wälder beiträgt,  hat der WWF 2004 den „Roundtable on Sustainable Palm Oil (RSPO)“ ins Leben gerufen.

Die Mitglieder sind auf verschiedene Weise in die Palmölproduktion involviertoder von ihr betroffen:Es sind Palmölanbauer, Händler, Konsumgüterhersteller, Banken sowie Nichtregierungsorganisationen wie der WWF und Oxfam vertreten.

Ziel des Runden Tisches ist es, möglichst viele zur Einhaltung der Mindeststandards zu bewegen.

Der RSPO ist also kein Öko-Label !!

Er signalisiert, dass auf den Plantagen freiwillig mehr für Naturschutz und Menschenrechte getan wird, als gesetzlich vorgeschrieben. Was nicht viel klingt, ist in Entwicklungs- und Schwellenländern wie Indonesien und Malaysia ein wichtiger erster Schritt.

 

Die Mitglieder des RSPO haben sich zu folgenden Prinzipien und Kriterien verpflichtet:

  • Keine Rodung von Primärwäldern und ökologisch wertvollen Waldflächen für Plantagen
  • Schutz gefährdeter Tier- und Pflanzenartenarten auf der Plantage
  • Schutz von Wasser, Boden und Luft (das bedeutet u.a.: kein Abbrennen von Wald)
  • Einhaltung gesetzlicher Regelungen, darunter Landnutzungs- und Eigentumsrechte
  • Keine Kinderarbeit, dafür Bildungsangebote für die auf der Plantage lebenden Kinder
  • Einbindung und Förderung von Kleinbauern sowie Kontrolle der Plantagen durch unabhängige, autorisierte Prüfer.

 

Der WWF setzt als Mitglied des Runden Tisches auf den kritischen Dialog mit Unternehmen aus der Palmölindustrie.Der Gedanke dahinter: Die am Problem Beteiligten müssen mithelfen, Lösungen zu entwickeln. Die Mitgliedschaft im RSPO allein belegt kein verantwortliches Handeln. Dafür muss ein Unternehmen zertifiziertes Palmöl produzieren oder kaufen.ennoch ist klar:Am Runden Tisch vertritt jedes Mitglied seine eigenen Interessen. Der WWF versucht, möglichst viel für die Natur zu erreichen, andere Mitglieder wollen möglichst viel Ertrag pro Hektar oder mehr Gewinn.

 

Chancen und Grenzen des RSPO

Der RSPO wird von verschiedenen Umweltorganisationen kritisiert.Er sei zu schwach, um Regenwaldrodungen zu verhindern.Außerdem wird einigen Mitgliedern vorgeworfen, nur einzelne Vorzeigeplantagen nach den Standards zu zertifizieren, während sie an anderen Orten gegen RSPO-Kriterien verstoßen. Klar ist, dass die Kriterien des RSPO verschärft werden müssen.Daran arbeitet der WWF intensiv.Einige wenige Unternehmen gehen weiter und erzeugen ihr Palmöl beispielsweise nach Biostandard in Kombination mit den RSPO-Kriterien.Gleichzeitig gibt es aber auch viele positive Beispiele von zertifizierten Plantagen, wie die REA Kaltim Plantage auf Borneo, die nachhaltig handeln.Das größere Problem sind die Produzenten, die weiter machen wie zuvor und sich gegen die Teilnahme am Runden Tisch entscheiden.

Dann haben sowohl der RSPO als auch der WWF nur noch wenig Einfluss auf die Produktionsweise. Deswegen setzt sich der WWF dafür ein, dass der Anteil an RSPO zertifiziertem Palmöl erhöht wird.  Zurzeit liegt er bei 10% der weltweiten Palmölproduktion, laut Ilka Petersen, Referentin Kommunikation Landnutzung und nachhaltige Biomasse. Ein Allheilmittel ist der RSPO  nicht. Er allein kann die Entwaldung in den Tropen nicht stoppen.Dazu braucht es die richtigen Gesetzgebungen, Landnutzungskonzepte und die Ausweisung von Schutzgebieten.

 

Die größten Konzerne hinter der Palmöl-Katastrophe

WILMAR INTERNATIONAL LIMITED


Ist der weltweit größte Produzent von Palmöl und Biosprit.Wilmar beliefert Konzerne wie Unilever, Nestlé und Cargill. Obwohl Wilmar ein Zertifikat erhielt, für nachhaltig produziertes Palmöl, tritt Wilmar den Umweltschutz mit Füßen.

 

Folgen für die einheimische Bevölkerung

Die Leute werden von ihrem Land vertrieben und verlieren ihre wirtschaftliche Unabhängigkeit. Sie werden zu Tagelöhnern oder Vertragsarbeitern auf dem Land, auf dem sie vorher eigenständig Kautschuk oder Reis angebaut haben.

Nur wer einen offiziellen Landtitel der Distriktregierung besitzt, bleibt verschont.

Die Dorfvorsteher werden von den Palmölfirmen "gekauft".

Sie haben dann die Aufgabe, die Bauern zum Verkauf Brandrodung und Überfälle auf die indigene Bevölkerung Sumatras sind an der Tagesordnung. Das Zertifikat ist im Prinzip ungültig, da die Industrie sich selbst zertifiziert hat. Der Rohstoff Palmöl ist ein Favorit der Industrie.

 

 

Dank hoher Ernten und niedriger Produktionskosten ist Palmöl ein hoch rentabler "Cash Crop". Die massive globale Nachfrage setzt die Regenwälder Asiens unter großen Druck. Täglich werden hunderttausende Hektar Regenwald für Palmöl zerstört, insbesondere in Indonesien und Malaysia. Am anderen Ende der Konsumkette, in den Industrieländern, enthalten etwa die Hälfte aller abgepackten Produkte im Supermarkt inzwischen Palmöl.

 

Nutzen und ihres Landes zu überreden Entschädigung.

Die Dorfvorsteher aber erhalten eine Art Provision, die davon abhängt, wieviele Leute ihr Land verkaufen. Sie sind gut im Überreden. Man weiß auch, dass den Menschen aber auch gedroht wird und auch die Polizei Druck ausübt.

 

 

Vor dem Regimewechsel in den 90er Jahren war die Repression ganz offensichtlich.

Da rückten wirklich Polizei und Militär an. Heute, meist zu inakzeptablen Preisen, oft geben die Firmen sogar nur etwas Reis als funktioniert das viel subtiler.Der Polizist kommt beim Bauern vorbei und fragt ihn:„Warum hast du dein Land noch nicht verkauft?“

Er kommt am nächsten Tag wieder, und am übernächsten erneut.Irgendwann fühlen sich die Leute so bedroht, dass sie kapitulieren. Haben die Bauern wenigstens die Möglichkeit, auf den Palmölplantagen zu arbeiten?

 

Eigentlich nicht, denn es ist schwer eine neue Anbauweise zu lernen.Außerdem werden die Menschen nur als Tagelöhner eingestellt, kommen täglich mit Pestiziden in Berührung, müssen ihre Schutzkleidung selbst bezahlen und sie haben überhaupt keine Absicherung.

 

 

Nicht alles am Palmöl ist schlecht

 

Palmöl ist ein wichtiges Nahrungsmittel, auch für die Lokalbevölkerung, wobei sie aber selber wenig davon konsumieren.

Kautschuk für die Kleinbauern ist in Indonesien wertvoller als Palmöl.

Für sie geht es nicht nur um Produktivität, sondern auch um kulturelle Traditionen.

Die einfachen Leute auf dem Land konsumieren kaum Palmöl.

Sie verwenden eher Kokosöl.

70 Prozent der indonesischen Palmölproduktion sind für den Export bestimmt.

Die indonesische Regierung sagt: „Palmöl schafft Jobs und Wohlstand“

 

Das ist aber gelogen. Ziehen die Firmen ab, bleibt die Ökokatastrophe über.

 

Was man auf den Plantagen erleben muss, sieht ganz anders aus.

Die Bauern profitieren Null.

Im Gegenteil, sie verlieren ihre wichtigste Ressource, weil die Palme den Boden auslaugt.

 

Nachhaltigkeitsinitiativen ?? – Gibt es, aber!

 

Auch wenn der RSPO von Umweltorganisationen wie dem WWF initiiert wurde, halten wir das für „Greenwashing“. Die Initiative bringt rein gar nichts.In fast zehn Jahren hat sie es nicht geschafft, der Zerstörung von Regenwäldern und Torfmooren für neue Plantagen etwas entgegenzusetzen.Außerdem wird der Tisch von Vertretern der Industrie dominiert.Z.B. sitzen im Vorstand Vertreter vom Lebensmittelkonzern UNILEVER und dessen wichtigstem Palmöllieferanten WILMAR.

 

Es dürfte schwierig sein, Palmöl ganz zu vermeiden.Es steckt ja überall drin. Nachhaltig erzeugtes Palmöl gibt es auch kaum.Und auf dem Weg von der Plantage in die Fabriken der europäischen Lebensmittel- oder Waschmittelindustrie wird das Öl vermischt, aufbereitet und umgewandelt. Rund 70 Prozent der globalen Palmöl-Produktion werden für Nahrungsmittel verwendet, etwa für Margarine, Schokolade, Chips oder Saucen.Etwa 22 Prozent gehen in die Produktion von Reinigungsmitteln und Kosmetika, zum Beispiel von Hautcremes, Seife und Lippenstiften.In die energetische Nutzung (Agrosprit) gehen fünf Prozent.Auch Kerzen, Farben, Lacke und Schmiermittel enthalten das Öl.Die Unternehmen im Palmöl-Geschäft kommen vor allem aus dem globalen Agrobusiness und der Lebensmittel- und Kosmetikindustrie.

 

Unter ihnen sind:

HENKEL, MONSANTO, NESTLE, PROCTER & GAMBLE und UNILEVER.

 

UNILEVER ist der weltweit größte Hersteller von Verbrauchsgütern:

Lebensmittel, Kosmetika und Haushaltsprodukte.

2008 legte die Firma „PalmCI“ im Auftrag von UNILEVER die Torfwälder an der Elfenbeinküste trocken und ließ sie roden für riesige Palmöl Plantagen.

UNILEVER hat sich verpflichtet ab 2015 Palmöl nur noch von Firmen zu beziehen, die für eine nachhaltige Produktion zertifiziert wurden.

Die UNO allerdings befürchtet die völlige Vernichtung der Regenwälder auf Borneo und Sumatra schon im Jahr 2014.

Derzeit bezieht UNILEVER sein Palmöl von WILMAR.

Der Konzern ist dafür bekannt, sein Palmöl durch Raubbau und die Verdrängung indigener Völker mit Waffengewalt zu gewinnen.

Der UNILEVER Chef Paul Polman sagte zu den gestiegenen Getreidepreisen, dies sei eine „perverse Folge der Biosprit Subvention“.

 

Allerdings ist UNILEVER selber der größte Plantagenbetreiber in Afrika und der größte Palmölverarbeiter weltweit und deshalb für eben genau solche Schäden, wie der Konzern sie dem Biosprit vorwirft, verantwortlich.

So wurden z.B. der kongolesischen Bevölkerung große Flächen für Palmölplantagen weggenommen, um Seife herzustellen.

Auf Sumatra soll künftig eine Million Hektar Land zur Palmölproduktion freigegeben werden. Der dortige Urwald ist das letzte Rückzugsgebiet von Orang-Utans auf der Insel.

SINAR MAS GROUP

Die Sinar Mas Group ist das größte Firmenkonglomerat in Indonesien und der weltweit

4. größte Papier- und Zellstofffabrikant. Eine Tochterfirma, „Asia Pulp and Paper Company“, mit Sitz in Singapur, bezieht 70% der benötigten Bäume aus Regenwaldrodung.

Eine weitere Tochterfirma, „Smart“, ist der größte Palmölhersteller für Speiseöl, Margarine und Backfette.

 

Der Sinar Mas Group wird vorgeworfen, dass sie das Wohlwollen der Entscheidungsträger durch großzügige Spenden beeinflusst, um unbehelligt den Regenwald in Indonesien zerstören zu können.

Außerdem ist die Anlage von Palmölplantagen auf der Insel Sumatra teilweise illegal.

 

Sinar Mas hatte den örtlichen Bauern versprochen, für die Eigenvermarktung 6 Hektar Wald zu roden. Inzwischen hat Sinar Mas 600 Hektar gerodet und die Bauern müssen, da sie keine eigene Ölmühle besitzen, ihre Ernten zu Billigpreisen an Sinar Mas verschleudern.

 

PDF zum Download Der Weg vom Palmöl zum Verbraucher

 

 



 

 

 

Die Entwaldung Borneos

In der Mitte des neunzehnten Jahrhunderts waren noch 95 Prozent der Landfläche Borneos mit Wäldern bedeckt. Innerhalb von nur zwei Generationen hat sich dieses Bild gewandelt und der stetige Verlust von Wäldern erreichte in den letzten zwanzig Jahren nie zuvor erreichte Ausmaße. Von 1985 bis 2007 verlor Borneo pro Jahr im Schnitt 860.000 Hektar Wald. Heute sind nur noch knapp über 50 Prozent der Insel von Wald bedeckt.

 

 

Der Wald wird weiter vernichtet!

Borneo ist mehr als zweimal so groß wie Deutschland und die drittgrößte Insel der Welt. Die Hoheit über die Landmasse von etwa 740.000 Quadratkilometer teilen sich drei Länder: das kleine Sultanat von Brunei Darussalam im Norden, Malaysia (durch seine Bundesstaaten Sabah und Sarawak) im Norden und Westen und Indonesien mit der Region Kalimantan. Mehr als zwei Drittel der Insel gehören zu Kalimantan.

Basierend auf der Auswertung von MODIS-Satellitenaufnahmen der Jahre 2003 bis 2008 vollzieht sich die Entwaldung auf Borneo ungebrochen auf einem sehr hohen Niveau. Der jährliche Durchschnitt für diesen Zeitraum liegt bei 1.157.000 Hektar. Für das Jahr 2020 prognostiziert der WWF eine komplette Entwaldung der Tieflandregenwälder.

Erstmals wurden Entwaldungszahlen für den malaysischen Bundesstaat Sarawak erhoben. Im jährlichen Durchschnitt der Jahre 2003 bis 2008 beträgt die Entwaldungsrate 268.562 Hektar. Damit zählt Sarawak zu den Gebieten mit der höchsten prozentualen Entwaldungsrate auf der Welt (ca. vier Prozent). Die Zahl ist auch in einem anderen Zusammenhang erschreckend. Die Regierung von Sarawak veröffentlicht seit Jahren Waldzahlen, die nichts mit der Realität zu tun haben. Offiziell wird durch das Department of Forestry eine jährliche Entwaldung von 50.000 Hektar angegeben.

Ein Lichtblick ist das kleine Sultanat Brunei Darussalam. Auf einer Fläche von 5.570 Quadratkilometern betreibt das Land vorbildlichen Waldschutz. Rund 60 Prozent seiner Waldfläche wurden als Teil des "Heart of Borneo"-Schutzgebietes deklariert. Seine Wälder sind eine grüne Insel, die sich auf den Satellitenaufnahmen aus bereits entwaldeten Gebieten Sarawaks klar heraushebt.

Die größte Bedrohung für Borneos Wälder ist ihre Umwandlung in Plantagen aus Ölpalmen und schnell wachsenden Baumarten wie Akazie und Eukalyptus für die Zellstofferzeugung und Papierproduktion. Eine weitere ernstzunehmende Bedrohung für die Wälder sind die illegalen Holzeinschläge, die nicht nur in Kalimantan (dem indonesischen Teil Borneos), sondern in ganz Indonesien verbreitet sind.

 

Waldbrände sind ein weiterer großer Faktor der Entwaldung in Kalimantan. Normalerweise sind tropische Regenwälder zu feucht für natürliche Waldbrände, aber von Menschen verursachte Brände in ungewöhnlich stark ausgeprägten Trockenperioden können weiträumig Regenwaldgebiete erfassen, wenn sie außer Kontrolle geraten.

In Sabah und Sarawak wurden in den letzten Jahren viele Wälder trotz gegenteiliger Vorschriften systematisch übernutzt und damit geschädigt. Sie werden dann ebenfalls zum Spekulationsobjekt der Palmöl- und Zellstoffindustrie, wenn nachfolgende Einschläge keine nennenswerten Erträge mehr erwarten lassen. Oder sie werden zum Opfer von wiederkehrenden Waldbränden, denn aufgrund der Auflichtung trocknen sie schneller aus als ungestörte Wälder.

Auf 7,1 Millionen Hektar stehen in Indonesien die Palmen in Reih und Glied. In den nächsten Jahren wollen Regierung und Palmölindustrie diese riesige Fläche mehr als verdoppeln. Im benachbarten Malaysia, Ex-Weltmarktführer und jetzt die Nummer zwei, stehen 4,48 Millionen Hektar im Schatten der Palmen, 13,6 Prozent der Staatsfläche.

Die Plantagen erstrecken sich oft über mehrere Täler und sind so groß wie deutsche Bundesländer. Tag für Tag werden in Indonesien und Malaysia Tausende junger Palmen gepflanzt

 

 

Die fetthaltigen Früchte der Ölpalme werden für die Gewinnung des Öls aufgearbeitet, das viele gesättigte Fettsäuren enthält. Doch seit dem Boom ist die Nachfrage nach Palmöl regelrecht explodier; innerhalb der letzten 10 Jahre verdoppelte sich der Palmölverbrauch weltweit auf 30 Millionen Tonnen. Palmöl fließt auch immer öfter in unsere Autotanks und beschleunigt dadurch die Zerstörung der tropischen Regenwälder und zusätzlich wird der Kohlenstoffdioxid-Ausstoß massiv erhöht.

 

Der Anbau von Palmöl wird hauptsächlich in Indonesien und Malaysia betrieben.

Auch Länder in Südamerika ziehen nach. Die Ölpalme gedeiht nämlich am besten im tropischen Regenwald. Um Palmöl zu gewinnen, werden in großem Stil tropische Wälder gerodet und riesige Plantagen angelegt. Palmöl-Plantagen bedecken weltweit inzwischen zwölf Millionen Hektar Fläche. Das ist etwa ein Drittel der Fläche der Bundesrepublik.

 

 

Die riesigen Monokulturen bedrohen die biologische Vielfalt und rauben zahlreichen Tieren, wie z.B. dem Orang Utan, den Lebensraum. Durch die Zerstörung des Regenwaldes werden Unmengen CO2 freigesetzt, Biodiversität geht verloren und das Ökosystem wird gefährdet. Auch die Menschen in den Regenwald-Gebieten haben unter dem Palmöl-Boom zu leiden. Sie werden (teilweise gewaltsam) von ihrem Land vertrieben.

 

 

 

 

 

Berechnungen der Naturschutzorganisation WWF ist der Tieflandregenwald auf der Insel bis 2020 vollständig abgeholzt.

 

 

 

 

 

 

 

 



Brandrodung

Die Brandrodung ist eine seit Jahrtausenden verbreitete Technik, Primär- oder Sekundärwaldflächen meist zur Vorbereitung landwirtschaftlicher Produktion unter Einsatz von Feuer zu roden. Bei der Rodung werden Gehölze, also Bäume und Sträucher, mitsamt ihrer Wurzeln dauerhaft entfernt.„Ausrotten“nennt man das. Das Hauptziel dieser Maßnahme ist, die Wald- oder Buschvegetation zu beseitigen, um den Boden einer anderen Nutzung-Ackerbau, Verkehrwege, Weideflächen zuführen zu können. In Borneo hauptsächlich zum Anbau von Palmöl.

Man unterscheidet zwischen Wald- oder Baumrodung, bei der die Bäume samt Stock in einem Arbeitsdurchgang gerodet werden und der Stock- oder Wurzelrodung,bei der zuerst die Bäume gefällt und im Anschluss die Baumstümpfe gerodet werden. Hierdurch wird einerseits zwar die gesamte Vegetation zerstört, zugleich aber auch Asche produziert, die den Boden düngt und so zumindest für einige Jahre fruchtbar macht.